Now Playing: Giacomo Puccini - Nessun Dorma!
Am nächsten Tag machte ich mich dann nach einem Anruf der Rezeption, ob man denn mein Zimmer heute noch reinigen dürfe, irgendwann gegen Mittag auf den Weg in die Stadt. Ich klapperte alle möglichen Arcades, riesige Bücherläden, Kaufhäuser usw. ab und muss sagen, dass die Stadt für einen Medien- bzw. Spielefreak ein Paradies darstellt. Überall steht man mit offenen Augen und offenem Mund, super. Alleine Yodobashi-Umeda ist schon der Hammer. Die Zeit verging leider wie im Flug, daher hatte ich nicht mal mehr Zeit, um mir die kulturellen Höhepunkte der Stadt anzusehen. Ein halber Tag ist dann wohl doch eher zu wenig. Abends bin ich dann in das andere Partyviertel von Ôsaka marschiert, das Gebiet um Namba und Sansaibashi. Hier ist es noch mal krasser, da hier vor allem die jüngeren Leute rumhängen und sich präsentieren. Überhaupt scheint der Durchschnittsjapaner vom Stil her dem Durchschnittsdeutschen dermaßen weit voraus, unglaublich. Während die sarariman irgendwie alle gleich aussehen (Grau ist schon eine mutige Farbe neben all dem Schwarz), gehen die jungen Männer, vor allem aber die Frauen, ganz anders ab. Vielleicht ganz entfernt vergleichbar mit den Möchtegern-J-Lo’s von den Kölner Ringen am Samstagabend, aber doch ein ganz anderes Level. Alle sind perfekt gestylt, können aber dennoch nicht auf ihren viel zu hohen Schuhen laufen. Entweder das, oder ihnen ist ständig extrem kalt, was angesichts der sparsam aufgetragenen Textilien nicht verwunderlich wäre. Sparsam aufgetragen haben die meisten auch Körpermasse…die meisten Frauen, aber auch Männer, sind sehr, sehr dünn. Nachdem ich allen möglichen Krams gegessen, gezockt und angeschaut hatte, war es auch schon bald Mitternacht und ich musste zurück ins Hotel. Das Treiben nahm dann auch langsam ab und ruck-zuck waren die Straßen wie leergefegt. Wo gerade eben noch die gestylten Jugendlichen waren, legten sich jetzt die Obdachlosen mit ihren Kartons vor die Geschäfte. Ich ging dann noch einen Umweg und erwischte noch ein Vergnügungsviertel westlich der Midô-suji-Linie, das sich wohl eher an das ältere, gehobene Publikum richtet. Auch hier wieder unzählige Restaurants, aber spürbar eleganter. Ich glaube, dass hier auch einige Nachtclubs waren, verabschiedeten doch auch Krankenschwestern in _sehr_ knappen Latexklamotten ein paar ältere Herren J. Für das Fetischauge gab es hier auf jeden Fall reichlich zu sehen, vom Kimono bis zum Schulmädchen hehe. Um 3 oder so ging es dann ins Bett, nach 6 Stunden wieder heraus aus selbigem und nun sehe ich bereits seit geraumer Zeit das ländliche Japan an mir vorbeirauschen. Schön, sehr schön, und ein totaler Kontrast zu der Reizüberflutung, die Ôsaka war. Bisher ist hier alles sehr cool, ich sehe zu viel, als dass ich es alles beschreiben könnte. Schaut euch ein paar Bilder an, bis bald, ich vermisse euch. Mit euch zusammen wäre es noch cooler!
Video: Krasse Atmosphäre! (25,5 MB)

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