Archiv für Februar 2008
Geschrieben von: admin in Allgemein
Now Playing: Red Hot Chili Peppers - Desecration Smile
Hey! Wie schon angedeutet: this blog needs more drama! Deshalb habe ich mir für euch den A**** gebrochen. Ok, stimmt nicht, fühlt sich aber so an. Ich saß auf einem Stuhl vor dem Computer, stand auf, und hatte schon so ein merkwürdiges Gefühl im unteren Rücken. Nach ein paar Schritten ging dann nichts mehr und BAM! - Hexenschuss. Mist! Nach einer Nacht ohne Schlaf ging es ins Krankenhaus, weil ich mir Sorgen machte und es nicht besser wurde. Natürlich habe ich das Erlebnis mit dem Handy protokolliert. Erstmal war es bemerkenswert, mit welcher Konsequenz mich die Dame am Empfang ignorierte, und nur mit Ken sprach, obwohl ich ihr die Antworten auf Japanisch gab. Whatever, man ist es ja schon gewohnt. Versöhnt hat sie mich mit einer Mitgliedskarte bzw. Patientenkarte des Krankenhauses, denn die war im stylishen Astro Boy Look produziert. Mit der Karte ging es dann zum Wartebereich, wo ich die Blutdruckmessmaschine benutzte, mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen.

Yah, genau da tut es weh!

Blutdruckmessmaschäng.

Erm, coole Karte, aber meine Blutdruckwerte…ich sollte mir Sorgen machen, vor allem beim ersten Ergebnis hahaha. Egal, ich habe einfach mal drei Runden gestartet, die Ärzte können sich ja einen Reim daraus machen. Nach 1,5 Stunden Warterei kam ich dann endlich dran. Die Warterei vertrieb ich mir mit hässlich sein, da ich nicht geschlafen hatte, sowie typischen Comics, die hier zum Lesen auslagen.

Krankenhauswartezimmerlektüre.
Meine Ärztin war sehr nett und sehr hübsch. Sie sprach Englisch, was mich erleichterte, und sogar ganz wenig Deutsch, was mich verdutzte. Wir hatten dann den gemeinsamen Nenner schnell gefunden, nämlich Philipp Franz von Siebold. Ein Dankeschön an dieser Stelle an Dr. Quenzer, der mir ein Buch über ihn schenkte
Doktor Tobita war sehr nett, machte sich Sorgen um meine Wirbelsäule und schickte mich zum Röntgen, wo zwei lustige Japaner enormen Spaß daran hatten, mich aus meinen Sachen zu quälen und in eine Art Bademantel zu stecken, damit ich anständig geröntgt werden konnte. Nach 6 Aufnahmen meiner Wirbelsäule und der fachkundigen Analyse von Frau Tobita stand fest: meine Wirbelsäule ist im unteren Bereich zu gerade, weshalb ich so unbeweglich bin wie eine Eiche. Das veranlasste Tobita-san zu Spott und zu einer Einladung zu ihrer Yogastunde. Ich solle besser für den Rest meines Lebens Übungen machen, und zwar täglich, sonst bekäme ich Probleme. Sie bog an mir rum und meinte jedes Mal: “oh! Stiff! You cannot move!”

Könnte auch der Name eines japanischen Fetischsenders sein.
Wie dem auch sei, ich bekam Schmerzmittel verschrieben, und zwar die stärksten, die man nicht anal einführen muss. Das kostete Frau Tobita übrigens 2 Minuten, mir zu erklären, warum ich die stärksten Schmerzmittel vielleicht nicht haben möchte. Sie hat es aber auch ungeschickt angefangen: “Maybe you don’t like….uh…ah..äähhhh…” (2 Minuten) “things like…this way” und machte eine Bewegung mit dem Zeigefinger in Richtung Po. Richtig, mag ich nicht, deshalb müssen es die anderen Schmerzmittel sein. Die taugen aber nichts, und zu allem Überfluß wurde es noch schlimmer. Am nächsten Tag wurden die Beine taub und ich konnte nicht mehr gehen oder sitzen. Deshalb bin ich noch mal ins Krankenhaus, wo aber keine Spezialist anzutreffen war. Also werde ich es am Montag noch mal versuchen. Bis dahin liege ich rum und schaue Filme, z.B. “Rambo” und “Michael Clayton”. Ersterer ist so brutal, dass ich es kaum glauben konnte, während der zweite uneingeschränkt empfehlenswert ist. So, ich liege also im Bett rum und schreibe endlich mal ein paar persönliche Mails, da ich jetzt wohl erstmal genug Zeit haben werde. Ferndiagnosen besagen, dass es ein eingeklemmter Ischiasnerv sein könnte, aber das werde ich bald genauer wissen. Bis dahin tun es auch die Painkiller in Kombination mit Sekt. Solltet ihr mal probieren, macht dizzy und wirkt :-D.
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Geschrieben von: admin in Allgemein
Now Playing: Carbon Based Lifeforms - Or Plan B
Wo soll ich anfangen? Ok, mache ich es der Reihe nach. Die Elfen: eigentlich ist es nur eine, nämlich Judith aus Soest. Lustig, oder? Die Welt ist wirklich manchmal so klein! Da wohnt man lange Zeit nur relativ wenige Kilometer auseinander und wo trifft man sich? In Nikko, Japan. Judith ist angehende plastische Chirurgin, frech, lustig, schlau, hübsch und - wie der Englisch sprechende Mensch sagt - good company. Wer also mit dem Gedanken spielt, sich eine neue Nase verpassen zu lassen, dem würde ich sie empfehlen, denn sie hat zwar keinen Orientierungssinn, kann aber wohl operieren :-). Sie ist außerdem eine exzellente Touristin, hat sie doch, dank eines straff organisierten Reiseplans, viel von Japans klassischen Sehenswürdigkeiten bereist. Für drei Tage war sie auch hier in Nikko; drei Tage, in denen sie eher zum Team als zu den Gästen gehörte. Warum sie die Elfe in meiner Erzählung ist? Nun, sie hat etwas Cate Blanchett-esques (eine schöne Wortschöpfung?) an sich, daher bot sich der Vergleich mit der Elfe an.

Cate…ach doch nicht, Judith, ich.
Da in den letzten Tagen nicht so viel in der Lodge los war, haben Ken, Judith, Suzuka und ich einiges zusammen unternommen. Dabei kommen die Berge und Seen ins Spiel, denn wir haben gemeinsam eine Tour zu den benachbarten Seen und Bergen unternommen. Wie schon beim Toshogu fällt es mit schwer, das Gesehene zu beschreiben, denn auch wenn die Schreine sehr beeindruckend waren, Mutter Natur setzt noch mal einen drauf. Die Landschaft um Lake Chuzenji, Lake Yunoko, Senjogahara, die Wasserfälle und die heißen Quellen von Yumoto ist so schön, dass ich für mich persönlich sagen kann, die bisher schönsten Gegenden meines Lebens gesehen zu haben. Jeder Blick aus dem Fenster des Autos war ein Postkartenmotiv, mit einem unwirklich blauen Himmel, der ohne eine einzige Wolke einen intensiven Kontrast zum Rest der Landschaft bot, die unter einer mehr oder weniger dicken Schneeschicht verborgen war. Obwohl der Frühling und der Herbst hier die Zeiten mit den meisten Besuchern sind, hat die karge Schneelandschaft ihren ganz eigenen, sehr besonderen Reiz. Die Fotos können das sicher nicht ansatzweise wiedergeben, aber schaut sie euch trotzdem an :-).

Nantaiyama, ich.
Nachdem wir uns den Berg mit vielen Serpentinen hochgearbeitet hatten, konnten wir schon einen kleinen Blick auf den Chuzenji erhaschen, aber zuerst wurde der Kegon Wasserfall angeschaut, die Hauptattraktion der Gegend.

Schön, gell? Im Winter muss er eigentlich am schönsten sein, da sich dieser Eisring um ihn herum bildet.
Danach ging es zum See. Ständig sagte einer von uns, wie wahnsinnig schön es doch hier sei, und jedes Mal hatte derjenige Recht!

Chuzenji.
Video: Lake Chuzenji (4,5 MB)
Wir haben uns die drei bekanntesten Wasserfälle angeschaut, den Kegon Wasserfall, den Ryuzu und den Yudaki Wasserfall, einer schöner als der andere. Mir persönlich hat der Yudaki am besten gefallen, auch wenn der Kegon der berühmteste ist.

Ryuzu.

Yudaki.
Am oberen Ende des Yudaki liegt der Yunoko See und verdammt noch mal, das war das kälteste, was ich bisher erlebt habe. Über den See pfeift in der Regel ein Wind, der seinen Namen auch verdient und mir innerhalb kürzester Zeit die Hände in Eisklumpen zu verwandeln trachtete. Boah, Handschuhe haben doch eine Existenzberechtigung!

Yunoko, Eiswind. Nicht im Bild: Eiswind.
Video: Frostattacke am Yunoko! (3 MB)
Nach dem Yunoko fuhren wir zu den nahe gelegenen heißen Quellen von Yumoto. Wiederum wunderschön gelegen, aber durch den starken Schwefelgeruch nicht jedermanns Sache. Wären wir früher in Yumoto gewesen, dann hätten wir noch die Eisskulpturen bewundern können, die dort ausgestellt wurden. Das außerordentlich gute Wetter der letzten Tage/Wochen hat aber Wirkung gezeigt und somit einen Großteil der Figuren abgetaut. Machte aber nichts, wir waren auch so noch hingerissen. Auf dem Weg zurück nach Nikko fuhren wir wieder am Senjogahara Feld vorbei, eine große Ebene mitten in den Bergen. Auf dessen Geschichte will ich nicht zu sehr eingehen, aber Ken meinte, dass wenn man den 2,5-stündigen Spaziergang zu den heißen Quellen gemacht habe, dann sei dies das einzige, das man jemals von Nikko in Erinnerung behalten werde, weil es so unvergleichlich schön sei. Ich glaube ihm. Als wir Nikko beinahe erreicht hatten, sahen wir auf einmal wilde Affen, für die Nikko ebenfalls berühmt ist. Die kleinen Racker laufen frei herum, sind nicht ungefährlich und machen den Bauern in der Gegend sicherlich weit weniger Freude, als den Touristen. Ich sprang schnell aus dem Auto und wollte ein paar Fotos machen, als einer der munteren Gesellen über die Straße rannte und ein Weibchen auf dem Brückengeländer rannahm! Affen stehen wohl auf Sex mit Nervenkitzel!

Affe vor der Rammelei.
Video: Komm her, du kleiner Affe! (5 MB)
Damit hätte ich das auf der to-do-Liste von Nikko auch abgehakt: Affen gesehen! Sehr gut, ich bin ein guter Tourist. Elfen, Berge, und Seen habe ich euch erklärt, als nächstes sind die Romane an der Reihe. Es geht eigentlich nicht so sehr um Romane, vielmehr um eine Romanfigur, genauer gesagt um Naoko aus “Naokos Lächeln”, geschrieben von Japans vielleicht bekanntestem Schriftsteller, Murakami Haruki. In vielen der von Murakami beschrieben Charaktere finden sich Apathie, Melancholie, Sehnsucht nach Liebe, das Gefühl der Verlorenheit, aber auch innere Schönheit und verborgene Lebensfreude wieder. Wie das Abziehbild einer typischen Murakami Figur wirkt auf mich Suzuka, die eigentlich nur zwei Tage in der Lodge bleiben wollte. Im Gegensatz zu den anderen Gästen war sie sehr still und wirkte von Anfang an leicht neben der Spur, irgendwie depressiv, aber auch sehr nett. Ken und ich haben versucht, sie an unseren Aktivitäten zu beteiligen, da wir uns wirklich Sorgen um sie machten. Sie taute auf, wurde gesprächiger, und verlängerte ihren Aufenthalt Tag um Tag. Nach einer Woche entschloss sie sich, hier in der Lodge einen Homestay-Aufenthalt zu machen. Krass, oder? Die Melancholie, die sie ausstrahlt, passt eins zu eins auf eine Figur Murakamis. Ich hätte vermutlich auch andere Fotos von ihr machen können, aber die hier entsprechen zu gut ihrer Ausstrahlung



Sie spricht sehr höfliches, filigranes Japanisch, entschuldigt sich für alles, hat - soweit ich das bisher einschätzen kann - ein sehr gutes Herz und fühlt sich einsam. Das ist wohl auch der Grund, weshalb sie hier bleibt. In den Momenten, in denen wir gemeinsam etwas unternommen haben, und z.B. Fuong, ein anderer Gast, offen auf sie zugegangen ist, in denen blühte sie auf und verlor ihre Melancholie. Ich glaube, dass es für sie nur gut sein kann, wenn sie noch ein wenig bei uns bleibt.
Elfen, Seen, Berge, Romane, jetzt fehlt nur noch das Arschlochkind. Der kleine Scheisser aus Amerika, der 6-jährige Declan, hatte mir die M3DS Karte natürlich gezockt! Seine Großeltern haben sich bei mir gemeldet, weil sie die Karte in seiner Jackentasche gefunden haben. Hoffentlich hatte der Arsch des Penners ordentlich Kirmes, denn verdient hätte er es.
Ansonsten bin ich abends mit der Bande, wie ihr auf den Fotos sehen könnt, noch in das ein oder andere Restaurant gegangen. Selten hat mir übrigens ein Cheeseburger so gut geschmeckt wie hier in Japan. Ich brauchte wahrscheinlich mal eine Abwechslung vom japanischen Essen. Die Nächte waren recht kurz, da lange getrunken und Filme geschaut wurde, darunter auch mein Lieblingsfilm:

Oh mein Gott, wie großartig. Diesen Film werde ich immer und immer und immer wieder sehen können.
An dieser Stelle möchte ich auch noch symbolisch eine Tapferkeitsmedaille an Judith verleihen, die sich “The King Of Kong” mit angeschaut hat. Respekt! Nach Judith setzte sich die Invasion der Deutschen fort, dieses mal durch Moni und Sarah aus Stuttgart. Sie könnt ihr im folgenden Video sehen, das ich auf der Party des lokalen Kinderfußballklubs bei uns in der Lodge gemacht habe.
Video: Party! (12 MB)
Die Japaner, allen voran Ai und Yumihiko, haben übrigens Spaß daran gefunden, mich “Mozart” zu rufen, weil sich keiner Wolfgang merken kann. Auf der Party habe ich auf jeden Fall oft “Mozart! Shochu!” gehört, was eine Aufforderung zum Trinken war. Am Ende des Abends wurde ich mehrfach zum Armdrücken herausgefordert, aber nur ein 52-jähriger (!) ehemaliger Eishockeyspieler entkam mit dem linken Arm einem crushing defeat, wenn auch nicht der Niederlage an sich hihi. Insgesamt war das eine sehr lustige Woche, was man auf den Fotos auch sehen kann, oder?

Am Sonntag nach der Party sah es allerdings wüst aus, denn enorm starke Winde hatten sich spontan dazu entschlossen, über Japan hinweg zu toben. Auch Nikko wurde nicht verschont; die Lodge ebenfalls nicht. Es hatte einen Stapel Brennholz, das zugehörige Dach, diverse Laternen und anderes Inventar davon geweht, so dass aufräumen angesagt war. Das war auf jeden Fall der heftigste Sturm, den ich je erlebt habe.

War wüster als es aussieht.
Insgesamt also eine Woche, die reich an interessanten und schönen Erlebnissen war. Daher auch der lange Eintrag
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Geschrieben von: admin in Allgemein
Now Playing: Punjab Kabab House - Waterburn
Naja, alle Japanologen werden mich natürlich sofort zum rituellen Selbstmord auffordern, aber ich war nur auf der Suche nach einem schmissigen Titel für meinen Blogeintrag. König kann man nicht sagen, aber Shogun Tokugawa Ieyasu ist mit Sicherheit eine der herausragendsten Figuren der japanischen Geschichte, und eingeschreint ist er im Toshogu, der bekanntesten aller Sehenswürdigkeiten Nikkos. Ich will gar nicht zu viel darüber erzählen, auch keine Begriffsdefinitionen wälzen, denn das wurde an anderer Stelle, z.B. hier schon besser gemacht. Bleibt mir nur zu sagen, dass ich enorm beeindruckt war und bin, denn die Kunstfertigkeit, mit der diese Anlage in relativ kurzer Zeit geschaffen wurde, ist überaus bemerkenswert. Der Detailreichtum der Holzarbeiten ist überwältigend, daher hat sich Nikko auch zu einem Zentrum für kunstvolle Holzschnitzereien entwickelt. Heutzutage kann man im Nikko Woodcarving Center viele einmalige Exponate bestaunen, aber auch selbst Hand anlegen. Nein, nicht an sich selbst, sondern man kann sich unter Anleitung selbst an Schnitzereien versuchen, was übrigens kostenlos ist. Nur der Holzblock in der gewünschten Größe muss bezahlt werden. Am meisten beeindruckt im Toshogu haben mich übigens zwei Dinge. Zu einem der weinende Drache, nakiryu, den man leider nicht fotografieren durfte. Wenn ihr den Besuch auch mal machen wollt, dann nehmt auf jeden Fall sehr dicke Socken mit, am besten gleich ein oder zwei Extrapaare. Denn natürlich darf man das Gebäude nicht mit Schuhen betreten, was in Gesellschaft von Väterchen Frost nicht so angenehm ist.

Der weinende Drache. Weinend übrigens deshalb, weil das Schlagen von zwei Holzstäben durch die besondere Akustik wie ein Weinen klingen soll. Beurteilen kann ich das aber nicht, weil ich mit einer großen Gruppe koreanischer Pubertierender durch den Saal geschleust wurde, die Lärm machen mussten. Ich hätte den einzigen Satz, den ich auf Koreanisch kann, anwenden sollen: Joo gul lae? Ist aus einer Komödie und bedeutet “Willste sterben?”. Dana, das verrückte Huhn, hat das zu zwei koreanischen Gästen gesagt, die kein Wort Englisch oder Japanisch sprachen. Haha die haben vielleicht blöd geglotzt :-D.
Zurück zur zweiten Sache, die mich besonders beeindruckt hat: das Grab von Tokugawa Ieyasu, okusha hoto. Der Aufstieg dorthin ist durch die vielen steilen Treppen beschwerlich, damals war halt “barrier-free environment” noch ein Fremdwort. Aber so muss das auch sein, wenn man in solch honorige Gesellschaft treten möchte. Für schwächliche Omis oder hochhackig besohlte Japanerinnen ein Problem, aber nicht für I’ve-turned-my-body-to-steel-Schrö. Übrigens half ich den Omis, nicht den heissen und staksenden Frauen. Ob ich dafür bei Ieyasu einen Stein im Brett habe?

King, ich.
Toshogu war also der Hammer, und bestimmt werde ich ihn mir noch mal anschauen. Dana ist übrigens schon nicht mehr in Nikko, was schade ist, da sie lustig war und spaßige, wenn auch böse, Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen wusste. Für die Zukunft muss ich mir etwas einfallen lassen, sonst verbringe ich zu viele Stunden in der Lodge. Eine kleine Geschichte am Rande. Wir hatten als Gäste eine Familie aus den USA, zwei Großeltern mit ihren beiden Enkelkindern, Declan und was-weiß-ich-wie-die-Schwester-hieß. Der 6-jährige Shortie Declan spielte Nintendo DS, weshalb ich ein wenig mit ihm quatschte. Er wollte wissen, wieviele Spiele ich habe. Meine Antwort, 1900, verdutzte ihn. Ich zeigte ihm also die M3DS Karte, kopierte ihm Tony Hawk und Pokemon, damit er etwas zu tun hatte. Dass er ein frecher Bengel ist, merkte ich nach wenigen Minuten, weil der Balg immerzu tönte, dass er ja das Spiel schon so gut könne. “Oh I am really good at that game!”. Eine Herausforderung in Super Mario Kart bescherte dem kleinen Frechdachs einen ordentlichen Dämpfer…crushing defeat kann ich da nur sagen. Aber lol, ist ja nur 6 Jahre alt. Danach ging es aber los. Ich redete ein wenig mit den Großeltern, da sah ich aus dem Augenwinkel, dass Declan an meinem DS rumfingerte. Er hatte tatsächlich die Super Mario Kart Module ausgetauscht, weil er meins haben wollte! Naja, das habe ich noch mal als Scherz abgetan. Als der Zeitpunkt der Abreise nahte, wollte ich meine M3DS wieder haben, aber Declan gab vor, sie verloren zu haben. Mir war klar, dass er sie klauen wollte, deshalb nahm ich ihn zur Seite und redete ein ernstes Wort mit ihm - zwecklos. Die Großeltern entschuldigten sich x Mal und wollten ihr Gepäck in den Staaten noch mal untersuchen. Den kleinen Asi hätte ich nur zu gern übers Knie gelegt oder 5 Minuten lang geschüttelt, da der Fall für mich sonnenklar war. Ehrlich gesagt, ich glaube, dass die Großeltern das auch wussten. Was soll’s, ich bin nicht Jack Bauer, die kleine Ratte ist kein Terrorist, und deshalb kann ich auch nicht mit einem Bohrer in seinem Schulterblatt meine M3DS zurückfordern.
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