Archiv für 9. Februar 2008

Now Playing: Error Corrective - Tabula Rasa

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Ups. Über Nacht war hier die Kälte eingebrochen und es hat wüst geschneit, bzw. tat es das noch. Fünf Zentimeter Neuschnee, dazu grimmige Kälte bei ständigem Schnee und Schneeregen, verleideten mir die Unternehmungslust insofern, dass ich keine großen Touren machen wollte. Ich erkundete also das Gebiet um mein Hotel herum. In der riesigen Dogyu-Arcade gibt es so ziemlich alles, was auch nur im Entferntesten mit Essen zu tun hat. Man kann hier alle nur erdenklichen Küchenutensilien kaufen, Geschirr, Geräte, Plastikgerichte, rote Takoyaki-Laternen, einfach alles.

Raus aus der Arcade, ab nach rechts, und schon fangen die Shops von Den-Den Town an. „Den” kommt von dem japanischen Wort für Strom, und dementsprechend bekommt man hier alles, was irgendwie mit Elektronik zu tun hat. Man kann dieses Viertel quasi als das Akihabara Osakas bezeichnen.

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Den-Den Town!

Durch die Eröffnung von Yodobashi-Umeda im Kita-Teil Osakas hat dieses Viertel wohl ein wenig an Bedeutung verloren, was die Elektroartikel betrifft, aber es hat sich zu einem wahren Mekka für Geeks entwickelt. Die Auswahl an Software, Cosplay, Hentai, und vor allem an Action-Figuren, übertrifft alles, was ich jemals gesehen habe. Neben den eher abgedrehten Sachen wie einem Porno-Hentai-Cosplay-Laden in der Größenordnung der Mayerschen Buchhandlung am Kölner Neumarkt oder einem reinen Gundam-Laden, haben es mir besonders die Videospiel-Shops angetan (oh, ein Wunder!).

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Ein Teil der Dragonball Figuren.

Die natsukashii-geemu Abteilungen sind derartig großartig gewesen, dass ich mich da den ganzen Tag hätte aufhalten können. Eigentlich habe ich das sogar gemacht. Was es da an absoluten Perlen und Raritäten gab, ich bin immer noch beeindruckt. Unzählige Titel für alle alten Systeme, ich fand sogar die komplette „Far East Of Eden”-Serie für die PC Engine. Dummerweise entschloss sich die DKB, mir aufgrund zu vieler ausstehender Buchungen auf der CC, keine weiteren Buchungen auf selbiger zuzulassen. Toll, da ist man im gaming heaven und kann nichts machen. Shikata ga nai, zannennagara usw., aber ich schaute dafür einfach weiter und kramte - im wahrsten Sinne des Wortes - in der Vergangenheit. Falls ich noch mal hier hin zurückkommen sollte, so werde ich sicherlich ein recht ordentliches Paket voller Raritäten mitnehmen. Schaut euch die Videos und Fotos an, es ist wirklich wunderschön hier…also zumindest für Geeks.

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Grabbelkarton voller Perlen, ab 50 Yen!

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Haben will.

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Der coolste Boden der Welt.

Video: Genialer Laden! (17 MB)

Lustige Sachen gibt es auch aus der Porno-Cosplay-Hentai Mayerschen zu berichten. Die gesamte Truppe der Angestellten ist verkleidet gewesen. Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Begrüßt wurde ich von einem Mädel, das als Soul Calibur Sophitia verkleidet war, zumindest hatte das Outfit starke Ähnlichkeit damit. Das Gute am Cosplay in Japan ist, dass das nicht Möchtegern-Wapanese sind, die derlei knappe Sachen lieber nicht tragen sollten, sondern Güteklasse 1 Schnitten (1A bleibt ab jetzt für die Hostessen aus den Nachtclub-Vierteln vorbehalten hehe). Es gab lauter unterschiedliche Verkleidungen, vom obligatorischen Schulmädchen, über den lustigen Biber (die arme Sau hatte die Arschkarte gezogen), den coolen Military-Typen, bis hin zum Prince Of Persia Mädel, oder - meine Favoritin - eine Piratin. Großartig! Leider ist überall das Fotografieren verboten, worauf lauter Schilder, oder aber auch kostümierte Menschen, hinweisen. Ich war vollkommen verdutzt, wie normal es für Leute aller Altersklassen und beider Geschlechter ist, sich den Stuff da reinzuziehen. Es gab Abteilungen für Mädels und Jungs, weiterhin unterteilt nach dem Härtegrad. Zusätzlich zu den Comics waren lauter DVDs zu haben, mit lauter Softcore-Sachen, unterteilt nach Fetischen wie z.B. Badeanzüge, Leichtathletik, Schulmädchen, Geisha, you name it. Mit zunehmender Stockwerkzahl nahm der Härtegrad zu, also Hardcore mit lauter abgedrehten Fetischen wie oben genannte, nur expliziter. Ich war ein wenig konsterniert, dass ich von dem einen oder anderen Ding noch nix gehört hatte. Mindestens ebenso konsternierend wirkte die schiere Menge der Videos.

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Ich beim Cosplay!

 

Als nächstes machte ich mich daran, ein paar Pachinko-Hallen und Spielhallen abzuklappern. Den Pachinko-Hallen kann ich absolut gar nichts abgewinnen. Nicht, weil das Spiel an sich ein Glücksspiel ist oder weil es so infernalisch laut ist, sondern weil die Leute darin so daneben wirken. Ich erinnerte mich an ein Gespräch mit einer damaligen Klassenlehrerin auf dem Gymnasium, die zu Videospielen meinte, dass die Menschen ihrer Meinung nach einen leeren Blick hätten, als würden sie durch den Fernseher hindurch auf gar nichts starren. Genau so sehen die meisten Gestalten beim Pachinko aus. Wie Roboter werfen sie die Kugeln und somit das Geld ein (und weg), starren, und machen nichts. Irgendwie traurig. Deshalb bin ich in die Videospiel-Abteilungen gegangen und wollte dort mal ein paar Yen verspielen. Man merkt ganz klar, dass die große Zeit der Videospiele in Arcades vorbei ist. Die Zahl der Spiele war deutlich geringer als vermutet, und vergleicht man die angebotenen Spiele mit denen der neuesten Konsolen, so können sie zumindest grafisch nicht mithalten. Was im Vordergrund steht, sind Interfaces bzw. Simulationsaspekte, wie sie zu Hause nicht reproduziert werden können. Der Renner ist z.B. ein Gundam Spiel, das als Netzwerk aus 8 großen Kabinen konstruiert ist. Die Kabinen simulieren das Cockpit eines Gundam Fighters und man kann im Netzwerk gegen andere spielen, was auch über Livemonitore übertragen wird. Um die Monitore herum stehen dann lauter Leute und diskutieren, wie die Schlacht der Teams gegeneinander verläuft. Ähnlich verhält es sich mit Autorennspielen, bei denen das Cockpit und die Steuerung bzw. Hydraulik der Vorteil gegenüber den Heimkonsolen ist, nicht die grafische Power, wie es früher einmal war. Vernetzte Automaten waren Super Mario Kart Arcade GP, sowie die jeweils neuesten Teile der Midnight Run und Initial D Reihen. Übrigens bestätigte sich hier auch so manches Vorurteil bzgl. des Skills der japanischen Gamer. Ein abgedrehter Typ spielte Midnight Run unglaublich perfekt, zockte dabei den Rest der Bande nieder, smste dabei aber noch während des Rennens. Crazy shit, man. Ein anderer spielte Pop ´n´ Music ähnlich wie der Cyborg aus dem bekannten Youtube-Video. Ich selber konnte beim Aliens Automaten nicht wiederstehen. Kolonie LV426 war danach auf jeden Fall um ein paar Biester ärmer, allerdings hatte mein Squad nicht die Qualität von Hicks, sondern eher die von Hudson und Burg, was zu einem schnellen Ende führte.

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Ich wäre dafür zu starten und das ganze Gelände von oben mit Nuklearwaffen zu beschießen. Ist die einzige Lösung, die auch wirklich sicher ist!

 

Weil das Wetter so schlecht war, hielt ich mich weiterhin in Gebäuden auf und fuhr nur mit der U-Bahn hin und her.

Hier übrigens ein Video der U-Bahn Station Umeda, direkt im Zentrum von Osaka. So könnt ihr euch mal einen Eindruck davon machen, wie es dort ausschaut. Da ist wirklich ordentlicher Betrieb.

Video: U-Bahnhof! (30 MB)

Hehe…OMG alles voller AZNs (Vorsicht, böser Humor ahead!).

Den Rest des Tages verbrachte ich eigentlich nur mit der Erkundung der heimischen Küche. Große Sprünge waren nicht mehr drin, da ich ja noch 2 Tage vor mir hatte und noch die Reise nach Nikko zahlen musste. Ohne funktionierende CC ist es schon ein recht unangenehmes Gefühl…

Osaka Teil 2

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