Archiv für 15. März 2008

Heute war ein wunderschöner Tag mit strahlendem Sonnenschein, und deshalb haben Yvonne und ich die Gelegenheit genutzt, den Ueno Park zu erkunden. Laut “Lonely Planet” ist hier zur Zeit der Kirschblüte die Hölle los, denn der Park erfreut sich überaus großer Beliebtheit, was nicht zu übersehen war. Dank des guten Wetters war es ziemlich voll dort und alle hatten die Überraschung über die frühe Kirschblüte gemein. Natürlich musste ich vor der ersten sakura Blüte meines Japanaufenthaltes rumposen:

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Yay, da war ich ganz schön stolz :)

Alle Leute waren total verrückt nach den Kirschblüten und wunderten sich, dass die Blüte dieses Jahr schon so früh begann. Mir konnte es nur recht sein, daher ging es weiter in den Park hinein, der eine Menge zu bieten hat. Es gab hier einige Tempel und Schreine zu sehen, darunter auch so wichtige wie den Kiyomizu-Kannon-Tempel, den Benzaiten-Tempel, und vor allem den Toshogu. Toshogu? Den gab es doch schon in Nikko?! Ja, aber als Toshogu werden alle bezeichnet, in denen Tokugawa Ieyasu eingeschreint ist. Von der Sorte gibt es noch circa 200 weitere in Japan, deshalb werde ich vielleicht noch ein oder zwei Mal etwas von einem Toshogu schreiben.

Video: Ich mache Götter auf mich aufmerksam! (4 MB)

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Die Statue von Saigo no Takamori. Direkt daneben lungerten übrigens folgende Kollegen herum:

Video: Panflöten-Mafia. (8 MB)

Soso, die gibt es also nicht nur in deutschen Fußgängerzonen. Insgesamt gesehen ist der Ueno Park aber eine schöne Anlage; kein Wunder, dass sich so viele Leute hier rumtreiben. Sehenswürdigkeiten gibt es viele, darunter auch einige Museen, die aber aufgrund der Eintrittspreise für mich nicht wirklich in Frage kamen. Den Zoo habe ich mir auch gespart, trotz der tollen Pandas, die dort gehalten werden. Mir reichen die Warnschilder mit den Tieren, da musste ich den Zoo nicht haben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der “Lonely Planet” ihn nicht sonderlich empfohlen hatte. Bei unserem Rundgang schlug ich vor, einen kurzen Abstecher zur Iwasaki-Villa zu machen, die in unmittelbarer Nähe zum Ueno Park liegt. Entworfen wurde sie vom berühmten Architekt Josiah Conder, der für einige berühmte Gebäude in Japan verantwortlich zeichnet, u.a. Tokyo Eki (Bahnhof). Mir hat das gesamte Gelände mit dem tollen Garten sehr gut gefallen, doch das Highlight war, dass wir, ohne es zu ahnen, ein Konzert geboten bekommen sollten. Ein Japaner sprach mich mit den üblichen Fragen an, woher ich denn käme usw.. Zu meiner Überraschung sprach er sehr gut Englisch und sogar Deutsch, zeigte sich sehr interessiert an Köln und wies mich darauf hin, doch auf das Konzert zu warten. Das machten wir dann auch, wie ihr im Video sehen könnt:

Video: Konzert in der Iwasaki-Villa (14 MB)

Die Pianistin kam ziemlich arrogant rüber, aber nur, bis sie auf dem tollen Teppich in der Villa blöd stolperte…der alte Clumsy-Schlumpf. Next up, Toshogu! Der Stammschrein der Tokugawa Familie war nicht so beeindruckend wie der in Nikko, aber definitiv einen Abstecher wert, besonders der Weg zum haiden, sando, weil unter anderem die Laternen aus Kupfer sehr toll waren. Die untergehende Sonne und die Bäume zu beiden Seiten taten sicher auch ihr übriges dazu bei.

Hier ein paar Eindrücke aus dem Ueno Park Gelände:

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Die 5-stöckige Pagode.

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Der See, im Hintegrund die “Skyline” von Ueno.

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Torii!!

Für weitere Bilder schaut euch einfach die Galerie an. Auf dem Gelände trafen wir auch eine Familie aus Frankreich, deren Kinder mich ohne Unterlass angestarrt haben, warum auch immer. Achtet bitte auf das Gesicht des Mädchens und auf das Gesicht auf dem T-Shirt! WTF?!

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Das Mädchen hat sein Gesicht auf das Shirt drucken lassen :D

Nach dem Parkbesuch stand die Ameyoko auf dem Plan, eine Strasse, die nach dem zweiten Weltkrieg als Schwarzmarkt berüchtigt war. Heute drängen sich in dem Gebiet zwischen den Bahnhöfen von Ueno und Okachimachi unzählige kleine Geschäfte, Restaurants, und auch zwielichtige Gesellen. Um mal ein wenig vorweg zu greifen, diese Gegend gefiel mir persönlich besonders gut, weil hier eine besondere Stimmung herrschte. Den Ueno Park kann man gut mit den Kölner Gebieten wie Rathenauplatz oder Aachener Weiher vergleichen, aber nur, was die Stimmung betrifft. Die Leute waren auf jeden Fall entspannter und ich sah sogar lächelnde und locker wirkende Menschen, was in Shinjuku eher nicht der Fall war, weil alle zu sehr damit beschäftigt waren, cool zu sein. Mit einer Kanne Reissdorf bzw. japanischem Äquivalent läuft hier trotzdem keiner rum. Außer den Obdachlosen. Aber dazu will man ja - trotz aller Lockerheit - nicht gehören.

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Das macht Spaß! Überhaupt war der ganze Tag cool. Wie ihr sehr, habe ich neue Hobbies entwickelt. Ornithologie zum Beispiel. Aber auch die Warnschilder Japans haben mein <3 geklaut :-)

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Wie kann man das nicht lieben? Waschbären wissen es einfach besser.

Also, in diesem Sinne, hört öfter auf Waschbären!

Sakura!

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