Archiv für 17. März 2008

Für heute hatte ich mir vorgenommen, dem alten Tokyo einen Besuch abzustatten. Wenn Japaner von dem Zentrum Tokyos sprechen, dann meinen sie meistens nicht Shinjuku oder die Ginza, sondern den Teil Tokyos, der Shitamachi genannt wird und der die Region im Norden bzw. Nordosten von “Central Tokyo” bezeichnet. In diesem sehr alten Viertel stellt der Sensoji, der älteste und wichtigste Tempel Tokyos, die Hauptattraktion dar. Genau den habe ich mir angeschaut. Zunächst machte ich aber einen Abstecher auf die andere Seite des Sumida, denn dort befindet sich die Zentrale von Asahi Breweries, der zweitgrößte Bierbrauer und Softdrinkproduzent Japans. Weil der Konzern genau weiß, wodurch er so erfolgreich geworden ist, hat er der Zentrale die Form eines Bierglasses verpasst.

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Das ist die Zentrale von Ashai Breweries. Links befindet sich das Bürogebäude, während rechts daneben sich die Asahi Beer Hall (Asahi Flamme d’Or) breit macht. Das goldene Ungetüm auf dem Gebäude wurde von Philippe Starck entworfen und soll eine Flamme sein, die das glühende Herz von Asahi symbolisieren soll. Die meisten, mich inklusive, sehen Parallelen zu einem güldenen Haufen Kot :-)

Dennoch ist der Komplex beeindruckend und vor allem größer, als es aus der Entfernung den Anschein hat. Sei’s drum, ich überquerte den Fluß wieder, ging ein paar Meter die Straße hinauf und siehe da: schon war ich mitten im Getümmel. Direkt rechts neben der Straße befindet sich das berühmte Kaminarimon, das den Eingang zum Tempelgelände markiert. Das beliebteste Motiv dürfte sein, sich unter der riesigen Laterne fotografieren zu lassen. Ich habe mir das mal gespart, weil ich keine Lust hatte, jemanden zu fragen. Yvonne war ja heute noch in Hakone.

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Kaminarimon bedeutet soviel wie “Donnertor”; die beiden Statuen, die man leider aufgrund des Gitters, das vor ihnen aufgespannt wurde, nicht richtig sehen kann, sind Raijin, Gott des Donners (links), und Fujin, Gott des Windes (rechts).

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Fujin.

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Raijin.

Die wirken ganz schön bedrohlich. Aufgehalten haben sie mich trotzdem nicht, deshalb befand ich mich danach direkt auf der Nakamise, der Straße, die zum Hauptgebäude des Sensoji führt. Entlang der Nakamise gibt es viele kleine Geschäfte, die traditionelle Süßigkeiten oder Reiscräcker (senbei), Kleidung, aber auch billigen Tand verkaufen, wie ihr den Bildern und Videos entnehmen könnt. Wenn man kurz abseits der Nakamise in die kleinen Parallelstraßen geht, dann stößt man auf viele Geschäfte, die deutlich höherwertige Waren verkaufen, allerdings macht sich das auf dem Preisschild bemerkbar.

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Die Nakamise vom Kaminarimon aus gesehen.

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Na, wer will ein cooles T-Shirt kaufen?

Video: Gedränge auf der Nakamise (11 MB)
Video: Ninja-Kostüme und anderer Kram (9 MB)

Nachdem ich ein leckeres Softeis verköstigt hatte, ging ich weiter die Nakamise entlang, betrat durch das Hôzômon, das innere Tor, den inneren Tempelbereich, wo ich mich mit Rauch einrieb. Das macht man, weil man sich davon Gesundheit verspricht.

Video: Ich reibe mich mit Rauch ein (10 MB)

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Man reibt sich mit Rauch ein.

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Das Hauptgebäude des Sensoji.

Das Hôzômon ist ziemlich groß, aber wie die meisten Gebäude hier lediglich ein Nachbau, da im Krieg alles weggebombt wurde. Zur Geschichte des Sensoji könnt ihr hier oder hier etwas lesen. Also, mit Rauch habe ich mich fleissig eingerieben, bevor ich das Tempelgelände weiter erforschte. Gebetet habe ich ganz artig, dazu wie immer ein paar Yen springen lassen, vielleicht mögen ja auch Gottheiten Blackjack und Nu…oh, neee…das sage ich doch nicht. Direkt östlich des Hauptgebäudes des Sensoji befindet sich der Asakusa-Schrein, in dem die Gründer des Sensoji verehrt werden. Gegegege = Geld gegeben, geklatscht, gebetet. Lustig waren da die zwei Mädels, die mir stolz ihren Fang, eine unglaublich dicke Katze, präsentierten.

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Nyaaa, nyaaaa.

An diesem Tag habe ich mir nicht so richtig viel angeschaut. Ich habe die Atmosphäre hier sehr genossen, da alle gut gelaunt wirkten, der kleine Garten westlich des Sensoji sehr idyllisch war, und das Bummeln durch die vielen kleinen Geschäfte viel Spaß gemacht hat. Wer Souvenirs sucht, der wird hier mit Sicherheit fündig werden, sei es ein Handybändchen für 200 Yen oder ein Schwert für 1 Million Yen. Mein Herz wurde an diesem Tag aber wieder von einem Warnschild gestohlen:

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Die multilinguale Taube mit dem batsu-Schild war großartig, die Pagode aber ebenfalls sehr idyllisch gelegen:

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So, das war es auch schon für heute. Viel Spaß noch mit der Galerie.

Asakusa

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