Obwohl ich gestern bereits in Asakusa war, hat Yvonne mich überzeugt, heute noch mal dorthin zu gehen, denn sie wollte sich dort mit zwei Freundinnen treffen und das Kinryu-no-mai, den Tanz des goldenen Drachen, anzuschauen. An jedem 18. März und 18. Oktober eines Jahres findet dieser Tanz statt. Der Legende nach erschienen an einem 18. März 1000 Pinien neben dem Tempel (Die Statue von Kannon, die am 18. März 628 von zwei Fischern gefunden wurde, ist der Grund für den Bau des Tempels gewesen). Nach 3 Tagen stieg ein goldener Drache vom Himmel herab, verschwand in den Pinien, und wurde nie wieder gesehen. Heute wird dieser Tanz aufgeführt, um an jene Ereignisse zu erinnern und das Bild Kannons der Öffentlichkeit zu präsentieren. Gut, dass Yvonne davon wusste, sonst hätte ich das verpasst! Der erste Programmpunkt des heutigen Tages war aber der Yushima Tenmangu, ein weiterer, sehr berühmter Schrein Tokyos. Dort sind zwei Gottheiten eingeschreint, unter anderem Sugawara no Michizane, der als kami des Lernens gilt und daher besonders von Schülern oder Studenten verehrt bzw. um Beistand angerufen wird, wenn Prüfungsphasen oder Aufnahmetests für Universitäten anstehen. Generell wird er für Erfolg bei Prüfungen aller Art oder für Erfolg im Arbeitsleben angerufen.
Der Eingang des Yushima Tenmangu.
Me @ posedown.
Im Innern des Yushima Tenmangu. Die Holzbretter, die ihr dort seht, werden ema genannt. Sie kauft man für 500-1000 Yen im Schrein, schreibt seine Wünsche nieder, und hängt sie anschließend dort auf. Natürlich habe auch ich das gemacht:
Mein ema.
Hier habe ich durch Zufall ein Ema von Miki Ando entdeckt, eine japanische Weltklasse-Eiskunstläuferin, die darum bat, bei den olympischen Spielen in Turin den 4-fach Salchow zu schaffen. Sie wurde am Ende 15…und mein Wunsch? Hmmmm…
Wenn ich das als Omen betrachten möchte, dann sollte ich mir Sorgen machen, denn meine Schuhe fingen an zu zicken. Ehrlich gesagt, das ist kein Wunder, denn nach den zig Kilometern, die sie jeden Tag hinter sich bringen mussten, kann man schon mal aus dem Leim gehen. Im 100 Yen Shop um die Ecke konnte ich aber Sekundenkleber kaufen, mit dem ich die Schuhe schnell wieder repariert hatte.
Mit den geflickten Schuhen ging es dann wieder in Richtung Asakusa, wo wir vor dem Kaminarimon die beiden Freundinnen von Yvonne trafen. Die beiden redeten nur Chinesisch, weshalb ich nicht besonders viel verstand. Aber sie waren ziemlich lustig und es wurde kräftig herumgealbert. Plötzlich fühlte ich mich komisch…die drei Mädels lachten immerzu und veräppelten mich…da stieg in mir der Hass auf! Seht, was dann passiert ist:
Video: Das Monster in mir! (13 MB)
Nein, Scherz beiseite. Wir hatten viel Spaß und die drei waren good company. Hier noch ein paar Eindrücke von der Nakamise. Ach ja, Swantje und Esme, für euch bin ich wieder auf Männerjagd gegangen. Selbstverständlich erfolgreich:
Video: Männer. (21 MB)
Video: Buntes Treiben auf der Nakamise (9 MB)
Und noch ein Bild:
So, was ich für euch nicht alles mache!
Aber ich war ja nicht gekommen, um Männer zu fotografieren, sondern um den Tanz des goldenen Drachen zu sehen. Mittlerweile hatten sich ziemlich viele Leute vor dem Hauptgebäude des Tempels versammelt. Zum Glück gehöre ich hier aber zu den großen Menschen, deshalb hatte ich keine Probleme, auch aus den hinteren Reihen etwas zu sehen und ein paar Fotos bzw. Videos zu machen. Ich fand den Tanz und die anschliessende Prozession natürlich toll….endlich erlebte ich so etwas mal live.
Die Videos sind zwar etwas länger, aber es lohnte sich meiner Meinung nach. Nach dem Tanz wurde der Drache in einer Prozession die Nakamise herunter getragen, dann in den Demboin gebracht, und nach einiger Zeit fand das Ganze noch ein Mal statt. Den Drachen konnte man nach dem Tanz berühren, was Glück bringen soll. Die meisten wollten ihn am Kopf berühren, und plötzlich waren die Japaner nicht mehr so zurückhaltend, sondern da wurde gedrängelt und geschubst, was das Zeug hielt. Wenn es um den Segen der Götter geht, dann steht die Freundlichkeit nun mal hinten an. Wiederum war mir meine “Größe” hier eine Hilfe, denn die Hand, die in der Mitte den Kopf berührt, ist meine
Video: Tanz des Drachen. (43 MB)
Video: Prozession durch die Nakamise (9 MB)
Video: Prozession durch die Nakamise mit mir in der ersten Reihe! (44 MB)
Gomen, Swantje und Esme, aber dieses Mal habe ich versucht, einen anständigen Typen für euch zu erhaschen:
Okay? Der war einer der Anführer der Prozession.
Mit dem Ende der Prozession kam schon der Moment des Abschiedes von den beiden lustigen Freundinnen. Schade eigentlich.
Winke, winke!
Yvonne und ich sind zu Fuß einen großen Umweg nach Hause gegangen, weil wir noch mehr von der Stadt sehen wollten. Schöner Tag mit neuen, noch schöneren Eindrücken.












Einträge (RSS)
26. März 2008 an 01:19
bwuhahahahahahahahahahahahha….das Monster in dir ist ja zum schrein’ komisch *rofl*
Habe mich sehr amüsiert
26. März 2008 an 20:08
Erstmal vielen Dank für deine aufmerksamen Mühen Swantje und mir einen asiatischen Augenschmaus zu bescheren…ich sag mal: die Hoffnung stirbt zuletzt! wobei mit ein bissle Sake wär der ein oder andere ja noch gegangen…
26. März 2008 an 23:43
Ich muss gestehen, die Japanische Männerauswahl wird besser… Wolfgang Du lernst dazu, muss ich mir Gedanken machen?! Auf dem aktuellen (Warn-) Hinweisschild wird endlich das wahre Gesicht der Tauben gezeigt, insbesondere fliegend und mit lockeren Kot über schreienden Kindern. Lässt Du eigentlich einen Dosenkaffee aus, ich glaube nicht ;-)) außerdem wieder einmal ein super Einblick in die Attraktionen von Japans.
1. April 2008 an 19:36
Hehe…Esme ich werde mir noch mehr Mühe geben!
Äh Jean, ich gelte hier (Miurakaigan) als schwul, weil ich jogge und Handcreme benutze
Momentan habe ich nur sehr selten Inet, aber morgen geht es ins Inet-café. Dann gibt es Updates und Msils. Hau rein, Keule!