Now Playing: The Legend Of Zelda - A Link To The Past - Overworld
Heute war ein Ausflug in die Stadt, die von 1185-1333 Hauptstadt Japans war, angesagt: Kamakura. Schon früh ging es los, so dass Yvonne und ich zum ersten Mal die morgendliche Rush-Hour mitbekamen. Das war schon ein merkwürdiges Bild, dass sich uns beiden da bot. Ein Zug hielt an, und es kam ein nicht enden wollender Strom von Menschen heraus. Es war nicht mehr möglich, den Bereich zu passieren…wie ein reißender Strom aus Fleisch, der den Weg abschnitt. Wir mussten also warten, bis die Leute weg waren, aber immerhin resultierte das in einem „guten“ Foto
Das war so heftig, so etwas habe ich echt noch nicht gesehen. In Shinjuku herrschte überall Chaos, deswegen fiel das nicht auf, aber dieser einzelne Strom, der sich aus dem Zug wälzte…unglaublich.
In Kamakura angekommen, besorgten wir uns erstmal eine Karte mit all den Schreinen und Tempeln, die es in Kamakura zu besichtigen galt – und das sind einige! Obwohl es in Kamakura deutlich mehr Tempel als Schreine zu sehen gibt, war das erste Ziel ein Schrein, nämlich der Tsurugaoka Hachimangu, der Hachiman, dem Gott des Krieges, gewidmet ist. Kein Wunder, ist doch Kamakura als die Hauptstadt der Krieger bekannt, die seinerzeit die Macht im Land übernahmen. Krieger=Samurai. Schon der Weg zum Hachimangu ist toll, er beginnt nämlich mit einem torii, an das sich eine sehr lange Allee anschließt, aber es wird wohl noch ein paar Wochen dauern, bis hier alles in voller Blüte steht.
Yvonne und ich beim Posedown vor dem torii, hinter dem sich die Allee zum Hachimangu befindet.
Hach ja, wenn das doch mal alles in voller Blüte gestanden hätte. Aber ich will nicht meckern, es sah auch so schon toll aus. Wenn ich Glück - und Zeit - habe, dann werde ich das noch sehen können.
Nachdem man ein weiteres torii passiert hat, ist man schon auf dem Gelände des Hachimangu. Direkt rechts gab es den John-Woo-Nebenschrein. Huh? John Woo? Ist es natürlich nicht, sondern ein Benzaiten-Schrein, aber es sah so aus, als wenn dort zwei weiße Tauben verehrt würden. Es waren am Ende zwei weiße Vasen, aber dank fehlender Brille sah ich da etwas anderes. Außerdem waren hier auf dem torii und in den Bäumen ausschließlich weiße Tauben, während auf dem Rest des Schreingeländes graue Tauben waren. Schon komisch, ist dieser Schrein doch einem Mitglied der Minamoto Familie gewidmet, deren Familienfarbe Weiß ist, wie ihr auch an den Fahnen sehen könnt. Zufall? Und wieder gilt: seltsam, aber so steht es geschrieben!
Im John-Woo-Schrein. Es waren doch keine Tauben…meine Brille hat durchaus ihre Existenzberechtigung, auch wenn ich die sehr oft negiere.
Viele weiße Tauben tummelten sich dort.
Weiß ist die dominierende Farbe in diesem Schrein.
Überhaupt, Tauben! Waren die im Sensoji noch unerwünscht, so gab es hier sogar Verkaufsstände mit Taubenfutter. Da versteh‘ einer die Japaner! Schade, ich hatte mich schon auf ein weiteres, lustiges Warnschild gefreut. Die Anlage des Hachimangu ist weitläufig und sehr schön, aber besonders hat mir der riesige Gingkobaum gefallen, der bereits über 1000 Jahre alt ist. Zum ersten Mal durfte ich zudem eine Shinto-Zeremonie beobachten. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube es ging um Babys, die dort in irgendeiner Weise von einem Shinto-Priester gereinigt wurden.
Das ist der Stamm des gewaltigen Gingko-Baums im Hachimangu.
Das ist die Treppe, die zum Hauptgebäude des Hachimangu führt. Links neben der Treppe befindet sich das Monster von Gingko-Baum.
Allzu lange verweilten wir aber nicht, weil es zu viel in Kamakura zu sehen gibt. Yvonne und ich hatten ein günstiges Zwei-Tage-Ticket gekauft, aber selbst zwei Tage sind noch knapp bemessen, wenn man die vorgeschlagenen Tempel und Schreine auf den Wanderwegen zu Fuß erkunden möchte. Angeblich bieten diese Wanderwege aber ein Postkartenmotiv nach dem anderen, die schönsten in ganz Kanagawa! Nach dem urbanen Overkill in Tokyo war das auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung. Gesagt, getan. Ein Tempel nach dem anderen konnte auf der Karte als besucht markiert werden. Ungefähr 70 Tempel und Schreine gibt es im Kerngebiet Kamakuras zu sehen. An dieser Stelle will ich nur die bemerkenswertesten herauspicken. Der Engakuji, einer der fünf bedeutendsten Tempel der Rinzai- Schule in Kamakura, hat mir am besten gefallen, denn ich habe dort das Triforce gefunden!
Yay, ich hab’s!
Nicht schlecht, oder?
\0/ Das ist natürlich nicht das Triforce, sondern das Wappen der Hôjô, eine der mächtigsten Familien Japans zu der Zeit des Kamakura-Shogunats, die zugleich Bauherren des Tempels waren.
Weitere Highlights waren der Tokeiji, der besonders durch seinen Garten zu überzeugen wusste, sowie der Meigetsuin. Wir sind wirklich viel gelaufen, aber haben eigentlich nur einen Bruchteil Kamakuras gesehen. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag, ne? Ich habe einige Fotos in die Galerie gepackt und mit Erklärungen versehen. Neues gibt es auch von der WWOOF Front zu berichten: ein Host aus Miurakaigan, ein kleiner Ort in Kanagawa, ist nur ca. 30 Minuten von Kamakura entfernt, ca. 70 Minuten von Tokyo Shinagawa Station. Kurze Stippvisiten in Kamakura dürften da also drin sein.











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