So, die zwei Wochen Tokyo waren also vorüber. Zwei Wochen, in denen ich sehr viel gesehen hatte. Obwohl ich fast jeden Tag ewig unterwegs war, kann ich nicht behaupten, die Stadt auch nur ansatzweise zu kennen. Ich finde mich zurecht und habe einige der Hauptattraktionen gesehen, aber es gibt dort noch so viel zu entdecken. Deshalb wäre eine Basis in der Nähe Tokyos nicht verkehrt. Glücklicherweise war eine Freundin von Yvonne, die ebenfalls als WWOOFerin unterwegs war, bei einem Host in Miurakaigan, ein kleiner Ort südlich von Tokyo, ca. 70 Minuten mit der Keikyu Linie vom Bahnhof Shinagawa entfernt, untergekommen. Sie fand nur lobende Worte, mal abgesehen von der Kritik, dass die Badezimmer nicht sauber genug seien. Da bin ich mittlerweile aber komplett abgehärtet. Wenn pingelige Mädels das sagen, dann kann man das meistens ein wenig gelassener sehen hihi. Wie dem auch sei, ich hatte für mich selbst den dritten Versuch mit einem WWOOF Host zum letzten Versuch erklärt. Das gesamte WWOOF Programm findet unter dem Gedanken des Austauschs statt, aber ich gewann den Eindruck, auch aus dem Gespräch mit anderen WWOOFern, dass viele Hosts dieses Programm mehr als Beschaffung extrem günstiger Arbeitskräfte verstehen, unter völliger Missachtung der WWOOF Regeln, versteht sich. Okok, one final shot also. Abends um 18:00 Uhr sollte ich am Bahnhof Miurakaigan sein, aber ich hatte keine Lust mehr, meinen riesigen Koffer in Tokyo hin und her zu schleppen, deshalb bin ich schon früher nach Miurakaigan gefahren.
Ich hatte überhaupt nicht auf die Gegend geachtet, als ich mit dem Zug fuhr, deshalb war ich ziemlich neugierig, als ich am Bahnhof ein Schild mit der Aufschrift „Zum Strand 500m) sah. Äh, okay, ich hatte mich nicht mit Miurakaigan beschäftigt. Eine Stunde hatte ich noch Zeit, also los zum Strand. 500 Meter weiter dann dies:
BAM! Ein Volltreffer. Oh Mann, ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich das letzte Mal am Meer war. Das müssen locker fünf Jahre gewesen sein. Super, der kleine Ort hat mir direkt gefallen und die Nähe zum Strand ist unbezahlbar für mich. Zurück am Bahnhof wurde ich von Frau Iijima abgeholt, womit ich das zweite Mal an dem Tag sehr positiv überrascht wurde, denn sie war extrem nett, genau wie Emi-chan, die 16-jährige Highschool-Schülerin, die zwei Mal in der Woche auf der Farm aushilft. Nach einer kurzen Fahrt entlang der Küste waren wir auch schon am Ziel, wo die versammelte Truppe bereits auf mich wartete. Die Truppe, das sind Ben, ein Amerikaner, Benoit, ein Franzose, Ami-chan, Kayo-chan, Toshie-chan, Naka-chan, alles Japaner, und natürlich die beiden Iijimas. Alle waren sehr sympathisch, Ben zeigte mir das Haus und erläuterte alle wichtigen Sachen. Kurz danach kam schon Iijima-san herüber und schon floss der Alk in Strömen
Da sind wir alle beisammen.
Ein guter Start war das, weshalb ich guter Dinge war, dass ich vielleicht dieses Mal Glück mit meinem Host gehabt haben könnte.


Einträge (RSS)