Archiv für März 2008

Now Playing: Sidharta vs. Khopat - Beyond Messure Of Control

Oder doch „Hit me baby, one more time!”? Ich hatte es ja angekündigt: Akihabara, the woman of matchless beauty, würde ich noch mal besuchen. Yvonne war noch nicht hier gewesen, und ganz sicher war sie sich nicht bewusst, auf was sie sich einließ, als sie mich darum bat, sie doch ein wenig herumzuführen. Trotz meiner Warnung, dass ich sie von einem Shop in den nächsten zerren würde, kam sie mit. Naja, gelogen habe ich ja nicht, aber ein wenig leid tat sie mir doch…ne doch nicht :-D

Zuerst war aber noch der Umzug vom Juyoh Hotel ins praktischer gelegene Fukusen Hotel angesagt. Eine schlechte Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Der Preis war der gleiche, aber dafür war es dort viel lauter durch die Nähe zu den Bahnschienen, und die günstigen Zimmer für 2800 Yen sollte niemand nehmen, der größer als 1,50m ist und noch Gepäck mitführt. Der Laden ist zwar absolut blitzeblank sauber, hat aber auch keinerlei Atmosphäre. Insgesamt ist es mir schleierhaft, wie das Hotel eine Empfehlung im Lonely Planet bekommen konnte. Das Juyoh ist zwar bei weitem nicht so sauber, aber ansonsten in allen anderen Belangen überlegen, vor allem was das freundliche, und im Falle von Eri-Chan auch hübsche Personal anbelangt. Das aber nur zur Info.

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Das Hotel Fukusen, in das ich umgezogen bin.

 

Nachdem ich beim ersten Mal in Akihabara mir einen Überblick verschafft hatte, habe ich dieses Mal ausgiebig in den Geschäften gestöbert. Um es vorweg zu nehmen: was ich suchte, das fand ich nicht so wirklich. Ich hatte von Sebi den Auftrag, nach Suikoden für die PSP zu suchen, und zu meiner Überraschung konnte ich das nicht finden. Für meinen älteren Bruder habe ich nach einigen Sachen Ausschau gehalten, konnte aber auch hier nur zum Teil fündig werden. Für mich selbst wollte ich Street Fighter Merchandise kaufen, aber ey…ich habe nur Figuren gefunden, die absurd teuer waren. Also kein Akuma Handybändchen für mich, naja, Pech gehabt. Dafür hat Versagen noch nie so viel Spaß gemacht, denn man entdeckt beim Stöbern in den diversen Läden so viele tolle Sachen, dass man sein ursprüngliches Ziel schnell aus den Augen verlieren kann. Von Yvonne hörte ich immer nur „you’re crazy“, aber dafür funkelten meine Augen ständig, wie sie meinte. Recht so, und kein Wunder. Schaut euch die Bilder an!

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Ja, so sieht es da aus.

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Also, tagsüber. Abends dann so:

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Dann kommen auch solche Typen an den Start!

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Bitteschön, Swantje.

Mann, wie cool. Ich habe sogar einen Laden entdeckt, der fast nur Shmups verkaufte. So cool…ich durfte eine Runde des neuen Raiden Fighters Aces für die Xbox360 spielen. Nachdem ich leider am Anfang 2 Mal versagte, weil ich nicht wusste, ob ich das Digi-Pad oder das analoge Pad verwenden sollte, bin ich mit einem Leben bis zur letzten Stufe des Endbosses von Stage 3 gekommen. Das war gar nicht soooo schlecht. Als Dankeschön bekam ich einen Ordner mit Raiden Fighters Aces darauf \0/.

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Videos habe ich übrigens auch noch davon gemacht:

Video: Der obercoole Shmup-Laden (11 MB)
Video: Ich beim Zocken in Akihabara! (13 MB)

Damit aber nicht genug, denn das Beste kam noch zum Schluss. Beim ersten Besuch hatte ich aus unerfindlichen Gründen den Superladen schlechthin übersehen: superpotato. Schaut euch die Fotos an…der war so unglaublich gut, Wahnsinn. Im obersten Stockwerk hatten sie noch eine Spielhalle, in der nur Retrogames gezockt wurden. An manchen Automaten konnte man aus Hunderten von Roms wählen. Ich entschied mich für eine Runde Guwange…mit 100 Yen vernichtete ich beinahe den Endboss des vierten Levels, was mir ein anerkennendes Nicken der Zuschauer einbrachte. Gaijin-Power! :-D

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Der beste Laden der Welt.

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So müssen Regale aussehen.

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Die Schuhe, OMG DIE SCHUHE! Damit hat der Gentleman von Welt seine Füße in jeder Situation passend gewandet!

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Hey, Mario!

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So sieht die Spielhalle im obersten Stockwerk aus.

Von der Spielhalle habe ich auch noch ein kleines Video gemacht:

Video: Retro-Gaming Heaven (16 MB)

Hier könnt ihr übrigens mal sehen, wie man von allen Seiten angeschrien wird, wenn man einfach nur “in Ruhe” bummeln möchte.

Video: Shoppen ist Krieg! (15 MB)

Ich habe Yvonne in so viele Geschäfte gezerrt, dass ich am Ende selber ziemlich platt war, aber der Tag war ja noch lange nicht zu Ende für mich, denn für heute war ja auch die Psytrance-Party angesagt, auf die ich mich schon gefreut hatte, als ich noch gar nicht in Japan war :-)

Tjaaa…und da muss ich jetzt direkt mal anfangen, über Japan zu lästern. Zur Information: es handelte sich um das Konzert „Astrix & Friends“, wobei Astrix vermutlich der größte Psytrance-Act der Welt und einer der Top 100 DJs weltweit ist. Weitere Liveacts waren Pixel und Onyx, zudem die DJs Ami und Sari. Ich bin also zu der Party hin, die im ZEPP Tokyo stattfand. Dazu muss ich erwähnen, dass das ZEPP Tokyo einer der größten Plätze für Livemusik-Events in ganz Tokyo ist. Als ordentlich gesalzen präsentierte sich der Preis: 7000 Yen Eintritt. Das ist für eine Psytrance-Party ein absurder Preis, aber nun gut. Es ist schließlich Tokyo und das Lineup konnte sich wirklich sehen lassen. Das ZEPP liegt ziemlich abseits in Odaiba, was noch mal 1000 Yen für die Fahrt hin und zurück vom Hotel bedeutete. Als ich am ZEPP ankam, hatte ich bereits Ami und Sari verpasst. Schade, denn Sari ist nicht nur brutal hübsch, sondern legt auch genau die Art von Psytrance auf, die ich bevorzuge. Was mir sofort auffiel, war, dass alle Leute unglaublich krass gestylt waren. Das hat nichts mit Psytrance-Events in Europa zu tun. Die Frauen sahen so gut aus, dass sie für eine Edelparty in Köln in den Vulkanhallen zu gut angezogen waren! Im ZEPP wurde ich dann das zweite Mal geflashed, denn entsprechend der Location war die Lightshow der Hammer. Superfette Laser und Stroboskopanlagen grillten einem direkt die Synapsen. Der Sound war so glasklar, wie ich es noch nicht gehört habe. Hammer, Hammer, Hammer. Dazu war gerade Onyx am Start, der nur allerfeinstes Zeug raus haute. Ich holte mir also schnell einen Drink (500 Yen pro Vodka/Soda) und kam dabei direkt ins Gespräch mit einem Japaner, der mich mit nach vorne nahm und seinen Freunden/Freundinnen vorstellte. Der Typ war cool, die Freundinnen Bomben. Soweit, so gut…mein Dauergrinsen kam nicht von Teilen :-D

Was stimmte nicht? Keiner tanzte. Ich meine, ich komme zu solchen Partys, um zu tanzen. Aber da? Keiner bewegte sich, es wurde bestenfalls geschunkelt. Ich dachte mir, dass es vielleicht noch zu früh sei, also so gegen 0:20 Uhr. Egal, ich legte also los, weil ich dachte, dass man die Menge nur animieren müsse. Aber denkste…die standen im Kreis um mich herum und gafften, keiner tanzte. Ein bisschen wurde mit Leuchtstäben gewedelt, aber mehr auch nicht. Nachdem ich die ganze Zeit angegafft wurde, ging mir das tierisch auf die Nüsse, deshalb holte ich mir erstmal den nächsten Drink. Auf dem Weg durch das riesige ZEPP schaute ich mich mal um, wie es an anderen Stellen aussah. Das gleiche Bild: nix ging, ey. Was für ein Scheiß! Da wird Night Full-On Psytrance der dicksten Sorte gespielt, mit geiler Lightshow und perfektem Sound, aber nichts passiert. Grml…ich bin ein wenig herumgeschlendert, um das ZEPP zu erkunden. Die Schließfächer bzw. Spinds kristallisierten sich als Kosmetiksalon heraus, sowohl für Frauen, als auch für Männer. Als ich mir das so anschaute, wurde mir klar, warum keiner tanzte. Alle waren so sehr damit beschäftigt, geil auszusehen, dass das gar nicht möglich war. Die Frauen trugen zu 98% High-Heels, die noch höher als sonst waren. Das waren sicher die Wochenend-High-Heels oder so…natürlich können die in denen nicht richtig tanzen, selbst wenn sie wollten. Sie können ja noch nicht mal darin laufen. Ok, die Damen der Schöpfung fallen also schon mal aus. Was ist mit den Typen? Scheiße, die können auch nicht tanzen. Warum? Weil sonst ihre Tokio-Hotel -Bill Frisuren einstürzen! Auf den Toiletten für die Typen hätte man kein offenes Feuer starten dürfen, so sehr war die Luft von Haarspray erfüllt. Der beschissene Zwang zum obercoolen Styling kotzte mich da soooo derb an. Bah, okeh. Zurück in die Halle. Es hatte sich nichts geändert. Onyx wütete immer noch hinter dem Pult, aber davor war nichts von der Energie zu spüren. Das änderte sich auch bei Pixel nicht, was eine absolute Schande war. Mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung ging ich zur Bar, wo ich schon zuvor ein kleines Ritual mit einer Bedienung gestartet hatte. Ich wollte Vodka pur haben, und nicht als Mischgetränk mit anderem Mist darin, schon gar nicht mit Soda. Ich fragte das Mädel, dass immer  Soda in den Becher schüttete und kassierte, ob sie nicht einfach beim nächsten Mal Soda weglassen könne, natürlich für den gleichen Preis. Nein, das ginge nicht. Ich fragte also, warum nicht? Es tue ihr leid, aber das sei so. Okeh. Das habe ich dann jedes Mal wiederholt, wenn ich einen neuen Drink holte, also 10 Mal J Bei der Hälfte der angepeilten Spielzeit von Pixel setzte ich mich frustriert nach draußen, wo ich dann ein Nickerchen hielt. Ups, leider bis die Party zu Ende war. Ich wachte um 6:10 Uhr wieder auf hehe. Schöne Scheiße. Laut meiner Begleitung Nao soll Astrix total super gewesen sein, aber es sei zu voll zum Tanzen gewesen. Gut, also habe ich nichts verpasst. Etwas Gutes hatte die ansonsten als  Reinfall zu betrachtende Geldvernichtungsreise ins ZEPP doch: als wir am Sonntagmorgen nach Hause fuhren, war das Gebiet um Odaiba herum quasi menschenleer. Die Sonne war gerade erst aufgegangen, die Straßen des Molochs wie ausgestorben, alles in Atem beraubendes Licht getaucht, ganz so, als hätte das Ungetüm Winterschlaf gehalten und gerade der Frühling anbrechen. In der Monorail-Bahn war praktisch niemand, und selbst am fetten Umsteigebahnhof Shinagawa war absolut nichts los. Toll, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte :-D. Aber ganz ehrlich…so hat mir Tokyo am besten gefallen hehe. Wahrscheinlich war meine Enttäuschung deshalb so groß, weil die Party so teuer war und ich im Vorfeld so hohe Erwartungen aufgebaut hatte. Nao meinte, dass es auf kleineren Parties, wo die Zahl der wahren Fans der Musik überwiegt, anders sei, aber dieses Verhalten vermutlich auch irgendwo japanischer Stil sei. Ich hoffe mal, dass sie sich irrt, denn für den 13.04. habe ich das Nagisa Music Festival angepeilt, ein Open-Air Festival in Odaiba vor dem Gebäude von Fuji TV. 15000 Leute passen auf den Platz, es gibt 6 Bühnen und das Lineup auf der Psytrance-Bühne ist schon wieder sehr gut: B-55 als Headliner! Auf der großen Hauptbühne ist gar X-Noize dabei. Das sagt euch alles nichts, ich weiß, aber das verspricht schon wieder einiges J Dieses Mal werde ich aber eine Kamera mitnehmen. Ach ja, special kusuri kostet 5000 Yen, aber das ist mir zu teuer und rippen können sie andere Gaijin, nicht mich :-D

Morgens im Hotel musste ich unbedingt noch Yvonne wecken und meinen Frust bei ihr ausschütten und natürlich mit einem Dosenkaffee herunterspülen.

An dem Tag habe ich nichts mehr gemacht, außer abends mit Yvonne noch ein nettes Dinner  (die TEUREN Instantnudeln aus dem 7 Eleven) gehabt. Bei uns beiden war die Luft irgendwie raus. Zwei Wochen Tokyo mit Marathonsightseeing können ganz schön schlauchen.

Am nächsten Morgen war Abschied angesagt, und das kann ich ja gar nicht gut. Yvonne aber ebenso wenig, hehe. Schnell wurden Geschenke ausgetauscht. Ich bekam eine Karte, auf die sie ein paar wirklich nette Worte geschrieben hatte, während Yvonne von mir den Irokesenteddy bekam, den ich in Akihabara gewonnen hatte. Einer muss ja als Aufpasser für die kleine Taiwanesin mit, wenn ich nicht mehr dabei bin. Obwohl Yvonne und ich so verschieden sind, wie man nur verschieden sein kann und einige Jahre zwischen uns liegen, ich vermisse sie. So ist das wohl im „Urlaub“…Menschen, die man  kennenlernt, mit denen man reist und sehr viel Zeit verbringt, wachsen einem schneller ans Herz als sonst, nicht zuletzt, weil man sich in der gleichen Situation befindet. Das Beste, was sie gesagt hatte, war, dass sie eigentlich alleine reisen wollte, aber sie sehr froh sei, das nicht gemacht zu haben.

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Meine Zeit in Tokyo neigt sich allmählich dem Ende zu, Grund genug also, den Tag mit einem straffen Sightseeing-Programm zu füllen! Für den guten Start in den Tag sorgte ein leckerer Dosenkaffee, nämlich eine weitere Sorte der Marke „Fire“. Die ist mein bisheriger Favorit und sehr zu empfehlen.

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Hmm lecker. Die meisten Kaffees der Marke “Fire” von Kirin sind recht gut.

So gestärkt stürzten Yvonne und ich ins Getümmel in Harajuku. Wir waren da zwar schon mal, aber wir hatten uns nur auf die Omotesando, die Hauptstraße, konzentriert. Der wesentlich charmantere Teil befindet sich aber, wenn man von der Station Meiji Jingu-mae kommt, links von der Omotesando. Lauter kleine Gassen mit unzähligen Boutiquen laden hier zum Shopping-Overkill ein. Yvonne hat sich erstmal nicht mehr eingekriegt, denn direkt zu Anfang bot sich uns folgendes Bild:

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So, da soll noch mal einer sagen, mein Name wäre komisch. Sobald ich Mozart ins Spiel bringe, kennt auf einmal jeder “Wolfgang”. Vielleicht sollte ich es in Zukunft zur Abwechslung mal mit “Wolfgang Puck” versuchen, falls jemand Mozart nicht kennen sollte.

Tja, ist mein Name wohl doch nicht so komisch und total selten, wa? Aber zurück zum Shopping. Ich habe nach ein paar Sneakern geschaut, nur für den Fall, dass der Sekundenkleber an meinen Schuhen doch nicht hält, hehe. Schuhe sind hier eigentlich recht preiswert, wenn man nicht gerade das superneueste Modell haben möchte. Die Asics, die ich haben wollte, waren leider superneueste Modelle, kosten also so viel wie in Deutschland, deshalb habe ich auf den Kauf erstmal verzichtet. Manchmal kam es mir in den Straßen dort wie in der Ehrenstraße in Köln vor, inklusive der obercoolen Chopperfahrer, die rumcruisen, um sich der einkaufenden Meute zu präsentieren. Im Gegensatz zu den deutschen Pendants sind die hier aber apokalyptisch laut, auch wenn kleine Japaner auf riesigen Motorrädern leicht deplatziert wirken. Da ändert auch eine Krachschneise in Kombination mit einer Pickelhaube als Helm nichts daran :-). Ein Muss auf unserem Plan war das Prada-Gebäude, das sich tatsächlich als sehenswert erwies.

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So sieht es in den kleineren Straßen von Harajuku aus.

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Schick sah das aus, vor allem der Bogen an der Seite. Prada war schon immer cool.

 

Nicht schlecht. Einen Blick von Innen wollte ich nicht riskieren. Als wir uns der Tür näherten, machte der freundlich lächelnde Japaner schon einen Schritt vor die Tür, was mir den Eindruck vermittelte, dass man Touristen eher nicht im Gebäude haben möchte, außer sie sehen nach ausreichend Kaufkraft aus. Macht ja nichts, denn mit dem Plebs am Grabbeltisch bei Prada geben wir uns heute eh nicht ab, denn wir werden zu Gast am Hofe seiner Majestät sein! Yvonne hatte uns einen Platz bei einer Führung im Kaiserpalast reserviert. Das steht noch nicht mal im Lonely Planet, aber Yvonnes weises, taiwanesisches BBS wusste da mehr. Einigermaßen gespannt machten wir uns auf den Weg, um direkt mal zu spät dort anzukommen, weil wir das Eingangstor verwechselten. Aber oh Wunder, es wurde auf uns gewartet. Schon von weitem winkte uns ein Mitarbeiter der Wache auf dem Gelände des Kaiserpalasts heran, Glück gehabt! Kaum waren wir durch das Tor geschritten, begann die Führung nach einer kurzen Einleitung. Man bekommt auf dem Gelände des Kaiserpalasts nichts von dem Lärm in Tokyo mit. Der einzige Lärm wurde von unserem Tourguide gemacht, der mit einem Megaphon die meiste Zeit damit beschäftigt war, unsere Gruppe in geordnete Bahnen zu lenken. Jeder wollte ein Foto nur mit sich auf dem Bild haben, also gab es ständig Ausreißer, die schnell aus der Reihe sprangen, ein Foto machten und danach wieder in die „Reihe“ zurück huschten, animiert von den hektischen Rufen und Gesten unserer Begleiter. Das erinnerte mich an die Schulzeit in der Grundschule, als man immer schön in zwei Reihen gehen sollte, sich am besten noch an die Hand nehmen sollte. Fehlte nur noch, dass es für die Männlein blaue, und für die Weiblein rote Käppchen gab. Aber hey, es ist immerhin der Kaiserpalast! Selbiger ist sehr imposant, weil riesig. Alles ist sehr schlicht und reduziert gehalten, wie ihr an den Bildern erkennen könnt. Dennoch kommen zu keinem Zeitpunkt Zweifel auf, dass hier Tradition, Geld und Macht vereint werden. Am Anfang erkennt man gar nicht, wie groß und weitläufig das Gebiet ist, aber das ändert sich, wenn man erstmal davor steht. Was mir noch auffiel, war, dass auf mich alles sehr kühl wirkte, was ich aber generell mag, wenn es um Architektur geht.

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So ging es los…

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…vorbei an diesem alten Wachturm…

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und einigen anderen Gebäuden. Schaut euch die Fotos an, die ich vom uns zugänglichen Teil des Palastes gemacht habe. Weitere, sehr hübsche, wenn auch kleine Fotos vom Inneren des Palastes könnt ihr hier finden. Der Kaiser weiß, wie man hübsch wohnt. Ob man für die Fotos wohl die Kerosin-Heizer versteckt hat?

Während der Tour erfährt man einiges über die Geschichte der Gebäude und der Kaiserfamilie. Am Ende machte ich noch ein Erinnerungsfoto mit dem superhektischen Helfer, der wohl immer einen Puls von 160 aufwärts haben muss, aber auch ausgesprochen nett war.

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Ach ja, Videos habe ich auch noch gemacht, da:

So ging es los (7,5 MB)
Einer unserer hektischen Begleiter (4,5 MB)
Ein hübscher Platz (5 MB)
Auf der Brücke (7 MB)

Ich musste dann unbedingt noch Quintrix Records in Shibuya besuchen. Quintrix ist DER Laden in Tokyo für alles rund um Psytrance. Dort habe ich in zig CDs reingehört und mich mit vielen Flyern eingedeckt…nur für den Fall, dass ich länger in Japan bleibe und vielleicht mal auf die ein oder andere Party möchte :-)

Für den Abend war Roppongi unser Ziel. Roppongi ist das Partyviertel für Ausländer. Die meisten Restaurants, Clubs und Bars bieten englischsprachige Menüs an und man muss sich hier keine Sorgen machen, dass man an der Tür abgewiesen wird, was ansonsten schon mal vorkommen kann. Die Dichte an Restaurants mit internationaler Küche ist hier auch dementsprechend hoch, denn vielleicht möchte der ein oder andere Ausländer ja mal etwas anderes als japanische Küche haben oder sie gänzlich vermeiden. Wie dem auch sei, hier wird man fündig. Man gewinnt hier beinahe den Eindruck, dass es mehr Ausländer als Japaner in Tokyo gibt. Ausländer wollen wir aber nicht sehen…sind wir ja selber. Also ab zum Mori Tower, einer der höchsten Wolkenkratzer Tokyos.

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So sieht der Mori Tower bei Nacht aus.

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Und so die Spinne vor ihm.

In diesem Komplex namens „Roppongi Hills“ befinden sich viele Boutiquen, Kinos und Restaurants, außerdem noch die Zentrale von AsahiTV, die wir auch noch besichtigt haben.

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Das bin ich in der Zentrale von AsahiTV, zusammen mit meinen Freunden vom Kochstudio. Hallo!

Nachdem wir beim Besuch des Tokyo Towers nicht die Möglichkeit genutzt hatten, Tokyo bei Nacht aus der Höhe zu betrachten, holten wir das heute im Mori Tower nach. Aus dessen 52. Stockwerk hat man eine wunderbare Sicht über Tokyo, wie ihr an den Bildern erkennen könnt.

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Die Lichter der Großstadt. Irre hübsch von hier oben.

Mann, Mann, das sieht wirklich toll aus. Viele Paare hockten auf den Bänken vor den riesigen Panoramascheiben und schauten gemeinsam auf Tokyo herab…romanchiku! In der Cocktailbar nebenan bekommt man zu seinem Cocktail gratis eine kaum schlagbare Aussicht geboten. Im 53. Stockwerk gibt es das Mori Museum, das eine Sammlung zeitgenössischer Kunst präsentiert. Fotos durfte man dort nicht machen, was sehr schade war. Einige Exponate sind nämlich großartig. Der Besuch des Museums war auch “schon” der letzte Punkt auf unserem Plan. Auf dem Rückweg entdeckte ich noch meine alten Freunde und Partner in Momenten der Gefahr, die Waschbären.

 

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<3

Die wissen soooo gut über die Welt Bescheid! So, schaut euch die Fotos an, denn dafür lade ich sie hoch :-)

 

 

 

 

 

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Jaja…

Naja, ganz so schlimm ist es doch nicht, aber dennoch: heute hat es nur geregnet.
Eigentlich war für heute der zweite Tag in Kamakura angesagt, aber es regnete ununterbrochen, was mich dazu veranlasste, den gesamten Tag im warmen Hotel zu verbringen, während Yvonne sich in die regnerische Kälte wagte. Natürlich bereute sie das, wie sich später herausstellen sollte. Ich quatschte den ganzen Tag in der Hotellobby mit den Leuten, die dort arbeiten, oder mit anderen Gästen. Von denen fielen die Engländer sehr unangenehm auf, da sie dem Klischeebild entsprachen: tumb, laut, aggressiv und latent – oder auch offen – unhöflich. Zwei von denen waren Brüder und Kampfsportfans, was auch der Grund für deren Aufenthalt in Japan war, denn in Japan sind Mixed Martial Arts (MMA) Events ziemlich populär. Der größere der beiden Vollspaten ist Kickboxer und wirkte so, als wenn er den einen oder anderen Tritt zu viel vor den Kopf bekommen hatte. Selten habe ich so eine nerv tötende Unterhaltung führen müssen. Aber es gab ja auch nette Leute, die sich dann des Abends auch alle zu einer kleinen „Party“ in der Hotellobby versammelten. Yusuke, ein Typ, der früher in dem Hotel gearbeitet hatte, kommt wohl jeden Donnerstag dorthin, um mit seinem Freund Shinpei, der immer noch dort arbeitet, in der Lobby zu trinken. Ein paar Fotos habe ich davon gemacht, wie ihr sehen könnt. Es war ein ziemlich spaßiger Abend, oder eigentlich eine Nacht, denn bis 3 Uhr oder so haben wir gesoffen. Yusuke war so voll…hehe. Er tat allen leid, weil er am selben Tag um 6 wieder aufstehen und zur Arbeit gehen musste. Aber er sagte, dass er sich nicht beschweren wolle, denn immerhin habe er zwei Tage im Monat frei, während seine Freunde keinen Tag frei hätten, haha. Total verrückt!

Nao, eine Frau, die auch in dem Hotel arbeitet, outete sich als Psytrance-Fan, als sie meine Musik vernahm. Sie weiß auch, wo man Informationen über Parties findet, nämlich bei Mixi, dem myspace Japans. Sehr gut! Wenn ich also tanzen gehen will, dann weiß ich ab jetzt, wo ich schauen muss. Der Finne,Tuomo, ist ein leidenschaftlicher Autotuner und hat die Jagd nach Autoteilen mit einem Besuch bei seiner japanischen Freundin verknüpft. Schön, dass sich auch dieses Klischee bestätigt. Finnen sind verrückt nach Autos, zeigen kaum eine Regung im Gesicht, und können trinken wie ein Loch. Was Tuomo in sich geschüttet hat, ohne das geringste Anzeichen von Trunkenheit, das war schon bemerkenswert.

Der Grieche, Panakos, hielt mich für zu spontan und leicht verrückt, weil ich noch kein Rückflugticket nach Deutschland habe. Das sagte er, nachdem er in Harajuku von irgendeinem Typen angesprochen wurde, ob er denn nicht gerne ein Tattoo hätte. Gesagt, getan. Er hat sich seinen Namen in Katakana auf den Unterarm tätowieren lassen. Okeh, aber ich bin spontan, nee is’ klar. Wo wir bei Tattoos sind: Guy, der Schotte, ist eigens für ein Tattoo nach Japan gereist. Er studiert Design irgendwo in Schottland, hat all sein Geld zusammengekratzt, um sich bei einem bekannten Japaner ein klassisches Motiv stechen zu lassen. Nach der 4-stündigen ersten Sitzung war sein Arm so geschwollen, dass er in der Bahn fast umgekippt wäre. Dass sein Tattoo nicht unbedingt auf Bewunderung bei den japanischen sarariman stieß, dürfte klar sein :-)

Wer war noch da? Ach ja, ein “Pärchen” aus den USA, wobei der Typ eher hard-gay war. Die beiden sind totale Fashionista und der Typ hat mal eben an einem Tag 1000$ in Harajuku gelassen. Trotzdem ist er ‘ne Wurst und labert Stuss :-) Fotos habe ich an die nicht verschwendet, denn dafür hätte ich mein schönes Asahi aus der Hand legen müssen, was ich nicht wollte.

Jo, das war der Tag…die Entspannung tat gut und der Abend war witzig, bis auf die Engländer-Spassten, aber Idioten gibt es halt auch in Japan!

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