Archiv für März 2008

Now Playing: Anne Clark - Sleeper in Metropolis

Hallo! It’s me, hailing from Tokyo, Japan! Der erste vollständige Tag in Tokyo begann mit einem Besuch des Meiji Schreins, der zu Ehren des Meiji Kaisers und seiner Frau, der Kaiserin Shoken, gebaut wurde. Er befindet sich in der Nähe der Haltestelle Harajuku…der ein oder andere RTL Zuschauer hat sicher schon bei Formel Exclusiv etwas darüber gehört :-). Jaja, da springen doch diese ganzen verrückten Japaner rum, nech? Dazu aber später, erst ist der Meiji Schrein dran. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, haben wir traumhaftes Wetter erwischt. Beste Voraussetzungen, um einen Spaziergang durch das große Parkgelände um den Schrein herum zu machen. Obwohl man mitten in Tokyo ist, hat man das Gefühl, sich irgendwo auf dem Land zu befinden. Von der Großstadthektik dringt nichts in den dicht bewachsenen, idyllischen Park hinein. Das haben auch andere Leute bemerkt, die das tolle Wetter für ein Nickerchen auf der Wiese genutzt haben. Ehrlich gesagt hätte ich das auch am liebsten gemacht, aber ich bin ja nicht in Tokyo, um dort zu schlafen. Also habe ich fleißigst Geld ausgegeben, um die Götter sanftmütig zu stimmen, und zwar für meine Lieben (seid ihr mit eingeschlossen) und mich. Talismane mussten her, Holzbrettchen, auf die ich Gebete schrieb, das volle Programm halt. Der Schrein an sich ist sehr beeindruckend, auch wenn es manchen komisch erscheinen wird, dass hier Menschen, die vor nicht einmal 100 Jahren starben, solch eine Verehrung erfahren. Ich kann zwar mit dem religiösen Hintergrund nicht viel anfangen, aber die Atmosphäre ist immer wieder aufs Neue schön.

meiji1.jpg

Tor am Eingang.

meiji6.jpg

Das ist das Tor zum inneren Schreingelände.

meiji7.jpg

So sieht das innere Schreingelände aus.

meiji9.jpg

Hier wird gebetet.

Wir haben uns danach noch den Park und einen Garten angeschaut, bevor es nach all der Ruhe galt, sich in das Getümmel um Harajuku, Aoyama und Shibuya zu stürzen…herrje, das ist aber auch ein Stress da :-)

Omotesando, die Strasse, die sich vom Bahnhof Harajuku/Meiji Schrein erstreckt, gilt als die Champs-Elysée Tokyos, was ich nur bestätigen kann. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich die Champs-Elysée nicht sonderlich beeindruckend finde, denn es finden sich dort zwar viele namhafte Designer in entsprechend edlen Gebäuden, aber auch Fast-Food Ketten und Kaffeehäuser wie Starbucks und der ein oder andere Laden mit billigem Tand. Das trifft auch auf die Omotesando zu, nur dass es hier ein wenig voller ist, weil der Bürgersteig schmaler ist, und dass man in Cafés von den Kellnern nicht beleidigt wird. Bei aller Liebe für die Franzosen, das haben die Japaner dann doch nicht übernommen. Also, einkaufen kann man hier sicher ganz toll, aber das interessiert mich gerade nicht so richtig, deshalb habe ich nur ein paar nett aussehende Gebäude fotografiert, aber seht selbst.

Als nächstes war Shibuya dran. Endlich bin ich auch mal an der berühmtesten Kreuzung der Welt gewesen, weshalb ich demnächst auf Parties in Deutschland den Kosmopoliten geben kann…”hach ja, da war ich schon, habe ich alles schon gesehen.” Shibuya ist toll. Unüberschaubar viele Geschäfte, in denen sich Heerscharen von Menschen drängen, viele Restaurants, in denen nicht nur japanische Küche serviert wird, und kleine, verwinkelte Gassen, die das Bummeln spaßig machen. Ich kam mir alt vor, weil die meisten Leute so aussehen, als hätten sie gerade mal das 25. Lebensjahr vollendet, wenn überhaupt. Auffallend viele, auffallend hübsche Frauen befanden sich darunter. Wenn das Auge von den grellen Leuchtreklamen übermüdet und überfordert ist, dann kann es sich hier entspannen…ach ne, doch nicht. Man weiß ja gar nicht, welcher man(n) zuerst hinterher schauen soll. Ich Trottel habe übrigens Quintrix Records nicht gesehen, aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Da Bilder mehr sagen als Worte, solltet ihr euch einfach die Bilder anschauen. Wem das nicht reicht, dem seien noch die Videos ans Herz gelegt, denn in Shibuya ist echt was los. Ich hoffe mal, dass ich noch mal mit Yvonne hier hingehen werde, aber Yvonne hat nur wenige Interessen. Filme, Musik, Bücher, Spiele…das alles interessiert sie nicht, “Parties” ebenso wenig. Wenn ich sie frage, ob sie Lust auf dies oder jenes hat, bekomme ich selten mehr zu hören als “It’s ok.”. “It’s ok.” war übrigens auch ihre Antwort auf die Frage, wie sie es fand, damals in Taiwan mit 2 Schwestern in einem knalle heißen Raum zu schlafen, und aus dem Nachbarzimmer den Vater laut schnarchen zu hören. Wenn sie keine eigenen Vorschläge/Meinungen bringt, dann hat sie halt Pech gehabt, dann werden eben meine Vorschläge umgesetzt. Ein Mal nachfragen reicht nämlich imho. “Einfach mal weniger diskutieren!”, Miro sei Dank ;-)

shibuya1.jpg

Ringelpiez in Shibuya.

shibuya5.jpg

Der Stadtführer Tokyo spricht von “the busiest crossing of the whole world”. Ich bin geneigt, das zu glauben!

In Shibuya habe ich noch mehrere Spielhallen besucht. Yvonne hat so etwas noch nie gesehen und war gleichermaßen schockiert wie fasziniert. Ich war nur fasziniert. Schnell war die Zeit vorüber, der Abend brach herein. Wir machten uns noch auf den Weg zum Tokyo Tower, waren uns aber einig, den Preis von 1500 Yen für den Aufstieg erstmal nicht zu zahlen. Lustige Fotos konnte man auch so machen.

tower3.jpg

Kccccchhhhh!

tower4.jpg

Oh noes! The SPECIAL ALERT! What can I do? lulz

Im Tokyo Tower gab es lauter merkwürdige Geschäfte, die mir teilweise wie ein Simpsons-Jahrmarkt erschienen. Es gab skurrile, alte und schlechte Dinge, die viel Geld kosten sollten, z.B. ein Wachsfigurenkabinett, ein Galerie mit Hologrammen und: DEN BIOHAZARD 4D EXECUTER. Haha, kaum zu glauben, aber den habe ich mir 500 Yen kosten lassen…total bescheuert. Das Gerät ist von 2000, bietet einen 3D-Effekt mit einer 3D-Brille und soll den Teilnehmer mit Effekten wie einer plötzlich zurück klappenden Sitzbank schockieren (das ist vermutlich das vierte D). Selbstverständlich ist das Gerät so schlecht, wie es sich anhört, dafür wurde aber nicht mit Metzeleien gespart.

biohazard.jpg

4D-Executer! Danach waren wir müde und es ging zurück ins Hotel.

Das war also der erste richtige Tag in Tokyo, dieser ungemein gewaltigen Stadt. Mal sehen, was noch so auf mich/uns zukommen wird in den nächsten Tagen. Die Suche nach neuen Aufenthaltsmöglichkeiten blieb bisher erfolglos, aber ich gebe nicht auf und hoffe mal, dass sich noch jemand finden wird, bei dem ich arbeiten kann. Zum Schluß noch die versprochenen Videos für euch.

Staksende Frauen in Shibuya (5 MB)
Biohazard 4D-Executer 1 (6 MB)
Biohazard 4D-Executer 2 (6 MB)
Die war ein Hottie und spielt Games! (5,5 MB)
Taito Gaming! (17 MB)
Hahaha! Viel Lärm um nichts! (5 MB)
Ich gehe in den Sonnenuntergang (8 MB)
Shibuya, Torten und wilde Kreuzung (28 MB)
Viel los in Shibuya! (8 MB)
Shibuya, Teil 2 (6 MB)
Shibuya, Teil 3 (5 MB)
Versteckte Kamera im Regal! (24 MB)

Comments 3 Kommentare »

Now Playing: Evergreen Terrace - To the first baptist church of Jacksonville

Hey. Heute ist der letzte Tag in Nikko, time to say goodbye. Aber nicht, ohne vorher noch die Nikko Tamozawa Villa des Kaisers besichtigt zu haben. Das wollte ich eigentlich schon länger gemacht haben, aber an einem Dienstag, als ich dort spontan vorbei wollte, hatte sie geschlossen. Die Villa besteht aus verschiedenen Teilen, die gegen Ende der Edo-Zeit bzw. zur Meiji-, Taisho- und Showa-Zeit gebaut wurden, und stellt die jeweils höchstmögliche Handwerkskunst aus der jeweiligen Epoche zur Schau. Die Liebe zum Detail, zum Beispiel bei den Verzierungen, die die Nägel verbergen sollen, ist umwerfend, dennoch vermittelt das gesamte Areal einen Eindruck von schlichter, höchstwertiger Eleganz, wie sie nur (?) in Japan zu finden ist. An die Villa schließt sich noch ein schöner Garten an, der aufgrund der momentanen Jahreszeit seine wahre Schönheit nur erahnen lässt. Insgesamt aber ein sehr lohnenswerter Ausflug, wie auch die Bilder hoffentlich erkennen lassen.

eingangtamo.jpg

Der Eingang zur Villa.

tamo4.jpg

Schön ist es in der Villa. Dies ist der Innenhof.

lulz.jpg

Die Japaner sind so cool…hier wird einem gesagt, von wo aus man ein Foto machen sollte, da es von diesem Punkt schön aussieht. Hihihi, fehlt nur noch, dass sie Blende, ISO Wert usw. für die jeweilige Kamera angeben. Aber als guter Tourist habe ich das natürlich befolgt, mit folgendem Ergebnis:

gar2.jpg

Fail? Naja, ist halt Winter :-)

Für weitere Eindrücke verweise ich auf die Galerie, und für das, was ich am interessantesten fand, auf das Video ;-)

Video: Ladies-in-waiting (18,5 MB)

Nach diesem interessanten Besuch war es so weit, Tokyo, der Behemoth, rief. Yvonne und ich folgten dem Ruf. Mit dem Zug ging es bis zur Station Minami-Senju und BAM! - It’s Tokyo, biaaaaatch! Schon war ich da. Lange hatte ich davon geträumt, doch dann ging alles ganz schnell. Auf dem Bahnhof angekommen war ich zunächst verwirrt, und zwar deshalb:

Video: Verarsche! (4 MB)

Wo man hinsah, nur grau. Aber ist ja auch Tokyo, was ja nicht bedeutet, dass es dort kein Grün gibt. Aber unser Hotel liegt nicht im besten Viertel der Stadt, dafür ist es preiswert. 20€ pro Nacht, da will ich nicht klagen und keinen Platz in einer grünen Idylle verlangen. Der Weg ins Hotel war schnell gefunden, nicht zuletzt dank des Stadtplans, der auch Hinweise in Deutsch beinhaltete! Gegenüber vom Hotel machte ich dann die erste merkwürdige Entdeckung, denn dort gab es das Café Bach, das - in Deutsch - die eigene Kaffeeröstung kundtat. Geil, da ist man in Tokyo, nächtigt in einer Billigabsteige und gegenüber ist ein Café, das Produkte in der Muttersprache anpreist. Ich bin direkt mal reingegangen, habe mit den Leuten gesprochen und so mehr über den Gründer des Cafés erfahren. Der Kaffee war übrigens richtig gut, die Schwarzwälder Kirsch ebenfalls, allerdings mit zu wenig Kirschwasser :-)

bach.jpg

Huch, Deutsch!

Nach dem Check-in im Hotel liefen Yvonne und ich noch in der Gegend herum. Wie gesagt, es ist nicht die beste Gegend, deshalb gab es auch viele Obdachlose und ansonsten nur wenig Spektakuläres zu berichten. Was soll’s, es ist Tokyo, Aldaaaaa! Von nun an galt es Pläne zu machen, was wir wann besichtigen wollen. Die Durchführung der Pläne gibt es in den nächsten Tagen hier zu - hoffentlich - bestaunen!

Comments 3 Kommentare »

Now Playing: Astral Projection - Techno Drome

Oh Mann, ich bin so dumm. Ich habe aus Versehen alle Fotos vom 10.03. gelöscht, d.h., dass ich euch leider nicht den Takino-Schrein zeigen kann, der mein persönlicher Favorit unter all den bisher besuchten Schreinen ist. Trotz, oder vielleicht gerade wegen seiner schlichten Bauweise, hat er mir am besten gefallen. Die Art und Weise, wie er in die Natur eingebettet ist, ist überwältigend, ganz zu schweigen von der Natur selbst. Die Fotos vom Rinnoji sind ebenfalls draufgegangen, aber shikata ga nai, deshalb gibt es hier nur Fotos vom 11.03., an dem ich zusammen mit Yvonne, die den Toshogu bisher noch nicht besucht hatte, selbigem einen erneuten Besuch abstattete. Fotos davon habe ich ja beim letzten Mal genug gemacht, deshalb gibt es vom Toshogu dieses Mal Videos zu sehen. Des Weiteren habe ich den Futarasan-Schrein besucht, sowie einen sehr ausgedehnten Spaziergang durch Nikko und seine Umgebung gemacht. Dabei haben wir ein altes Baseballfeld gefunden, an dem ein völlig verrotteter Bus stand, vermutlich der alte Mannschaftsbus. Das Wetter war traumhaft, die Atmosphäre unglaublich…ich kam mir vor wie bei S.T.A.L.K.E.R. oder auch HL²! Die heruntergekommenen Fabrikgebäude, die Landschaft mit den Farben und den Strommasten, einfach phänomenal. Realität gewordenes Spiel, oder Spiel gewordene Realität? Die meisten von euch werden sicher nicht wissen, wovon ich rede. Eigentlich spielt es keine Rolle, ob ich mich auf Tarkovskys Meisterwerk oder das Spiel beziehe, denn es passt so oder so. Wer immer noch nicht weiß, von welcher Atmosphäre ich spreche, der sollte sich die ungemein beeindruckende Webseite von Elena, dem “Kidd Of Speed”, anschauen (Beachtet die Navigation in Kapiteln am unteren Rand der Seite). Yvonne hat tatsächlich noch nie etwas von “Endzeit”, “Apokalypse”, oder “Post-Apokalypse” gehört…herrje, sie hat nicht mal Terminator 1 oder 2 gesehen, geschweige denn jemals etwas von Mad Max gehört. Sie hatte trotzdem viel Spaß an den jeweiligen Orten und fand die Atmosphäre ebenfalls beeindruckend.

apo6.jpg

apo13.jpg

Geniale Atmosphäre! Weit und breit keine Menschenseele, dafür Industrieruinen in der Natur. Ich stehe auf so etwas :-)

Ansonsten haben wir uns noch einen Friedhof angesehen, die berühmten Bakejizo von Nikko, und eben den Toshogu ein weiteres Mal.

yard.jpg

Friedhof.

Schaut euch die Galerie an, dann seht ihr, was wir gesehen haben. Es war ein schöner Tag mit vielen schönen Sehenswürdigkeiten, die den Ärger über die gelöschten Fotots und vor allem über das Ende in der Park Lodge verfliegen ließen.

Ach ja, hier noch die Videos:

Yomeimon, Koreaner in Gefahr! (18 MB)
Nakiryu, ach ne…doch nicht. (8 MB)
Die 3 Affen. (17 MB)
Die 5-stöckige Pagode und Beinahe-Bänderriß! (16 MB)
Sanbutsudo. (11 MB)
Feierabend auf Japanisch. (8 MB)
Shinkyo. (14 MB)

Post-Apokalypse

60 Fotos

Comments 4 Kommentare »