Japan, das Land der aufgehenden Sonne. Ich stehe zwar jeden Morgen früh auf, so gegen 5:30 Uhr…halt! So ganz korrekt ist das nicht, denn eigentlich werde ich geweckt, weil Opa Iijima um diese Zeit draußen auf dem Hof mit der Arbeit beginnt und sich dabei so ganz und gar keine Mühe gibt, leise zu sein. Aber trotz der Frühe habe ich noch keinen Sonnenaufgang in Japan gesehen. Dafür einen schönen Sonnenuntergang. Bei einer erneuten Entdeckungsreise in die Umgebung von Miurakaigan habe ich ein paar schöne Fleckchen entdeckt. Es macht ziemlich viel Spaß, mit dem Roller einfach los zu fahren und zu sehen, wo man am Ende landet. Mit ganz viel Glück bin ich am Ende des Tages in Misaki und danach in Jogashima gelandet. Mann, war das schön da. Die Stadt Misaki an sich ist nichts Besonderes, aber wenn man ein bisschen weiterfährt und sich die 200Yen Mautgebühr für die Brücke nach Jogashima gönnt (von mir wollten sie kein Geld haben…die Dame hat einfach gelächelt und mich durchgewunken), dann wird man dafür reich entlohnt. Die Sonne wirkte schon so Atem beraubend, dass ich mir schnell Dosenkaffee und Süßigkeiten im nächsten Convenience-Store gekauft habe, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Eine exzellente Entscheidung, wie sich herausstellte. Was soll ich dazu sagen…schaut euch die Fotos an! Ich saß da und dachte: bliss.
Der Hafen von Misaki. Eigentlich ist er nichts Besonderes, aber wie so oft im Leben gilt auch hier: ins richtige Licht gerückt, sieht alles ganz anders aus.
So sah der Sonnenuntergang von meinem Plätzchen auf Jogashima aus.
Traumhaft war das. Für solche Dinge verliert man mit der Zeit das Auge, habe ich den Eindruck. Anstatt mir im Fernsehen irgendeine der lähmend langweiligen Shows über japanisches Essen anzuschauen, fahre ich 20 Minuten mit dem Roller und bekomme dafür das hier serviert. Es dürfte keine Zweifel geben, was die lohnendere Alternative ist.
Weitere Eindrücke von anderen Fahrten rings um Miurakaigan gibt es noch in der Galerie. So sieht es z.B. bei nicht so gutem Wetter aus:
Auch das hat seinen Reiz. Vielleicht liegt es daran, dass ich in Japan bin und so lange darauf gewartet habe, aber vielleicht habe ich auch nur das Auge bzw. die Wertschätzung dafür wiedergefunden. Um noch eine Eventualität mit ins Spiel zu bringen, vielleicht ist es gar nicht so schlecht, mal offline zu sein
Was gab es sonst noch? Ach ja, ein neuer WWOOFer ist ins Haus geschneit, Boat sein Name. Natürlich ist das nicht sein richtiger Name, aber den kann ich mir auch nicht merken… ich kann ihn ja nicht mal korrekt aussprechen. Thailänder ist er, 25, hat Übersetzer für Japanisch studiert und auch als solcher für Panasonic Thailand gearbeitet. Ein lustiger Typ, der zudem sehr gut kochen kann. Sein grünes Curry war unglaublich. Für die Japaner war es vor allem unglaublich scharf…sie konnten es nicht essen. Umso besser für mich, denn ich durfte alles essen. Aber Boat blieb nur für 10 Tage, an deren Ende es ein Abschieds-BBQ für ihn im Flower Garden gab. Wie immer eine nette Veranstaltung, feucht-fröhlich wie üblich, und am Ende durfte ich auf dem gemeinsamen Marsch nach Hause den Rettungsanker für zwei volltrunkene Mädels spielen, die mich mal in die eine, mal in die andere Richtung gezerrt haben.
Boat.
An einem weiteren schönen Tag habe ich es übrigens gewagt, den Sommer offensiv zu begrüssen, indem ich auf die Idee kam, im Meer zu schwimmen. Das war kalt, aber extrem erfrischend. 8 Minuten oder so habe ich es ausgehalten…das Wasser war so kalt, dass ich bei Tauchversuchen die Luft nicht anhalten konnte
Erfrischt!
Trotz der Kälte habe ich mich großartig gefühlt. Die Leute, die am Strand Muscheln gesammelt haben, sahen aber so aus, als hätten sie schon die Ambulanz rufen wollen. “Hilfe, ein verrückter Ausländer rennt ins Meer!”.
Also, geht schwimmen, Leute.









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