Archiv für Mai 2008

Das ist in diesem Falle ein Tag, der reich an Ereignissen ist. Zum einen ist es der letzte Tag von Benoit, mein Lieblingskollege hier in Miurakaigan, da er zunächst nach Amerika reist, bevor er nach Frankreich zurückkehrt. Sad, but true. Take care, Benoit-kun! Zum anderen ist hier in Japan ein Nationalfeiertag, genannt kodomo no hi, der Tag des Kindes. Eine nette Sache und Teil der “golden week”, in der ganz Japan auf Sparflamme zu köcheln scheint. Ganz Japan? Nein, in einem kleinen Ort namens Miurakaigan ist dafür die Hölle los, denn es wird in der golden week vor allem eins getan: gereist. Und da es hier schön ist, man mit Kindern viel machen kann und mal aus der fiesen Großstadt entfliehen kann, kommen Gäste en masse. Interessante Sachen gibt es zum kodomo no hi, z.B. werden koinobori gehisst, oder die Familien präsentieren ihre kabuto, traditionelle japanische Samuraihelme, die die Jungen geschenkt bekommen haben. Eigentlich ist der kodomo no hi nämlich nicht der Tag der Kinder an sich, sondern Tag der Jungen, das Knabenfest. Da dieser Tag nationaler Feiertag ist, der Tag der Mädels am 3.3. eines jeden Jahres aber nicht, begehrt die Seele emanzipierter Frauen und Frauenrechtler ob dieses Unrechts voller Entsetzen auf….äh….zu Recht, ähem, natürlich! Also, Tag der Kinder fortan! Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen, denn für die meisten Kinder bedeutet das eigentlich Freizeit, aber nicht hier auf dem Lande, denn hier habe ich heute die Kinder der Familien auf den Feldern arbeiten sehen, hahaha. Juhuuu, schulfrei, endlich bei glühender Hitze in der prallen Sonne auf dem Feld arbeiten! \o/

Tja, liebe Kinder, such is life ((c) Balrog)! Wer mehr über den kodomo no hi und die Bedeutung erfahren möchte, hier der Link.

koin.jpg

Koinobori.

Ach ja, nicht zuletzt ist ja auch mein Geburtstag! Aus diesem Grund haben mir die Leute hier eine nette Überraschung bereitet. Wir waren am Abend zuvor in einem izakaya, um Benoits Abschied zu feiern. Um 21.30 Uhr, leicht verfrüht am 4. Mai, ertönte plötzlich “Happy Birthday” aus den Lautsprechern und alle im izakaya sangen mit. Das war sehr toll und hat mich sehr gefreut. Die Torte war der Hammer und mit lauter witzigen Anspielungen auf den kodomo no hi gespickt, z.B. auch mit einer Figur von Kintaro, ein Kind, das für seine Stärke berühmt ist. Der Abend war trotz des anstehenden Abschieds von Benoit für alle schön und das Essen unglaublich lecker und das Zweitbeste an dem Laden. Ich habe mein persönliches Lieblingsessen entdeckt, butakimuchi, gebratenes Schweinefleisch mit Kimchi, serviert in einer heissen Pfanne. Eine wahre Geschmacksexplosion auf meiner Zunge. Das Beste an dem Laden war die Bedienung, die so hübsch war, dass ich aufpassen musste, dass mir das Essen nicht aus dem Mund fiel, weil selbiger vermutlich immer offen stand.

bday.jpg

metorte.jpg

Jaja, das hat Spaß gemacht! Danke für die tolle Torte!

Um 23 Uhr war dann aber Schluss, denn am nächsten Tag musste ja wieder gearbeitet werden, also um 5.30 Uhr raus aus den ähh…Federn (?) des Futon. Dann war Theo wieder auf Achse, wie ihr hier sehen könnt:

trucker.jpg

Oldschool-Trucker, aber ohne Fettflecken auf dem Shirt und ohne Thermokanne mit Mett darin im Handschuhfach.

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei euch für allen für die netten Glückwünsche und überhaupt für eure Kommentare bedanken!

Liebe Grüße!

Comments 4 Kommentare »