Familie und Freunde, die habe ich in Japan bisher besonders vermisst. Es wurde also Zeit, dass endlich Verstärkung aus Deutschland den Weg nach Japan fand, denn im letzten Level meines Japanaufenthalts wartete der Obergegner schlechthin: Tokyo.
Um mal einen Vergleich zu bringen, den nur wenige verstehen werden, weil er sich auf ein Videospiel bezieht. Er mag reichlich abgedreht sein, aber auch meiner Meinung nach recht treffend: Tokyo ist wie DoDonPachi Dai Ou Jou (怒首領蜂 大往生).
Um das Ganze mal kurz zu erklären. DoDonPachi Dai Ou Jou ist ein Videospiel, genauer gesagt ein Shoot ‘em up, das für seinen wahnwitzigen Schwierigkeitsgrad berühmt-berüchtigt ist. In einem Video, in dem gezeigt wird, wie jemand das Spiel durchspielt, heisst es zu Beginn “This game distressed most of the players.”, was, wenn man es auf Tokyo beziehen würde, sicher auch auf den urbanophilsten Menschen der Welt zutreffen würde, wenn er sich nur lange genug in Tokyo aufhielte. Die zweite Parallele zwischen dem Spiel und meinem Tokyoaufenthalt ist, dass man, wenn man die erste Runde überstanden hat, eine zweite Runde mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad spielen muss, damit sich am Ende das wahre Gesicht, der wahre Obergegner des Spiels zeigt. Meine zweite Runde in Tokyo war schwieriger als die erste, da ich in der ersten Runde schon “distressed” wurde, in der zweiten aber erschwerte Bedingungen hinzukamen, z.B. konstant über 30°C im Schatten bei übler Luftfeuchtigkeit - japanische Regenzeit eben. Die dritte Parallele resultiert aus den ersten beiden Gegebenheiten: wenn man nicht gerade Stress in extremen Ausprägungen gewohnt ist, dabei über ausgeprochen gute Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeiten sowie einen gewissen Grad der Immunität gegenüber audiovisuellen Reizen von allen Seiten verfügt, kommt man nicht weit, was wiederum dazu führt, dass man im Spiel ständig Credits nachwerfen muss, es also Geld kostet. Das Angebot ist groß, aber alles ist teuer. Ja, so empfinde ich Tokyo. Es mag unüblich sein, mit einem Fazit zu beginnen, noch dazu mit einem so merkwürdigen, aber wer die folgenden Einträge, die gleichzeitig die letzten Einträge dieses Blogs sein werden, liest und sich dabei an DoDonPachi Dai Ou Jou erinnert, der wird es um so besser verstehen.
Um noch eine weitere Videospielmetapher (ja, ich bin ein Nerd) zu benutzen: Mario ist ohne Luigi nur die Hälfte wert, deshalb besuchte mich mein jüngerer Bruder Frederick (Luigi), damit wir zusammen als die Super Schrö Bros. die verschiedenen Level von Tokyo als Team meistern konnten. Unser Hotel lag im Stadtteil Ueno, 7-10 Minuten vom Bahnhof entfernt. Um Frederick einen kleinen Überblick zu verschaffen, zeigte ich ihm zunächst die Gegend um unser Hotel, danach die Gebiete, die sich in unmittelbarer Nähe zu den größten Bahnhöfen entlang der Yamanote-sen, die die wichtigste Bahnlinie Tokyos ist, befinden. Die erste Station war dementsprechend Asakusa, das ich bereits mehrfach besucht habe, wie ich hier und hier geschrieben hatte. Wieder einmal schaute ich mir die Zentrale der Asahi Brauerei an, bevor ich Frederick den Senso-ji mit Kaminari-mon und Nakamise zeigte.
Die Zentrale der Asahi Brauerei.
Frederick vor dem Kaminari-mon, das den Eingang zum Senso-ji markiert, der der älteste Tempel Tokyos ist. Kaum in Japan und schon kann er das V!
Nachdem wir in den vielen Geschäften der Nakamise gestöbert und allerlei Tand gekauft hatten, machten wir uns auf den Weg zur Ginza, wo mal wieder fleißig Window-Shopping betrieben wurde. Wie zu erwarten war, gefiel Frederick besonders der Skyline GT-R, der im Nissan Showroom auf der Ginza zu sehen war. Kauf ihn dir und leih ihn mir, Luigi!
Das ist mal ‘ne ordentliche Tröte! Damit kann man vortrefflich eine Krachschneise in die Wälder des Sauerlandes schlagen!
Über die Ginza und ihre Ansammlung von Konsum-Kathedralen wie z.B. Mitsukoshi habe ich ebenfalls schon berichtet und Fotos gepostet. Doch Tokyo wäre nicht Tokyo, wenn es nicht beinahe alles im Überfluss gäbe, so auch Konsum-Kathedralen. Die stehen nämlich auch noch in rauen Mengen in Stadtteilen wie z.B. Harajuku, Shinjuku und Shibuya. Auf Shibuya war mein Bruder schon ziemlich gespannt, unter anderem weil sich dort einer der bekanntesten Plätze der Welt befindet, die berühmte Diagonalquere, die so gerne von Medien als Bild genutzt wird, wenn man Tokyo als eine Stadt der Betriebsamkeit, Geschäftstüchtigkeit und Enge zeigen, sowie die hohe Bevölkerungsdichte der Megastadt darstellen möchte. Pro Ampelphase können sich in den frühen Abendstunden bis zu 15.000 Menschen auf dieser Kreuzung tummeln, was eigentlich absurd ist. Man stelle sich vor, dass sich auf dieser einzelnen Kreuzung zwischen den Straßen Sentaa-gai und Bahnhofsstraße die gesamte Bevölkerung der Kernstadt Meschede (mein Heimatort) trifft - verrückt. Wer sich das nicht vorstellen kann, der möge die Bilder zur Veranschaulichung betrachten:
Und das ist noch nicht mal voll!
DoDonPachi ist ein sogenanntes “bullet hell shoot ‘em up”, weil sich so viele Geschosse auf dem Bildschirm befinden, dass es die wahre Hölle ist. Auch diese Kreuzung in Shibuya ist eine bullet hell, nur dass die Geschosse die Japaner sind. Ausweichen ist möglich, aber man muss sehr gut sein und über abenteuerlich schnelle Reflexe verfügen, zudem darf man sich nicht durch die konstante Beschallung der vielen Lautsprecher sowie das, durch die große Anzahl der Monitore verursachte, Effektgewitter ablenken lassen. Augen- und Ohrenkrebs wären eventuell die Folge, zart besaitete Menschen würden mindestens mit Kopfschmerz reagieren, Agoraphobiker würden hier ihren zu Realität gewordenen Albtraum erleben. Da es die zweite - und somit schwierigere - Runde Tokyo war, kam als erschwerende Bedingung quälende Hitze hinzu, was selbst einen relativ erfahrenen und durchschnittlich talentierten Spieler wie mich, in einen Zustand der Gereiztheit versetzte…ich war distressed. Für Luigi…äh, ich meine Frederick, war es die erste Runde Tokyo, deshalb war er davon begeistert…noch.
Mich persönlich begeistert an Shibuya vor allem dies: die Geschichte von Hachiko. DAS sind die Dinge, die MICH interessieren, nicht bis ins Schwachsinnige übersteigerter Konsumwahn, der scheinbar in Tokyo zum Credo geworden ist, das in Hunderten der erwähnten Konsum-Kathedralen von Millionen Gläubiger gelebt, ach was, zelebriert wird. Vielleicht habe ich mir in dem Moment zu viele Gedanken darüber gemacht, auf jeden Fall habe ich es wieder versäumt, ein Foto der Statue Hachikos zu machen, deshalb muss ein Bild aus den Commons von Wikipedia reichen:

Guter Hund, gute Geschichte.
Am nächsten Tag war es so heiß, dass wir nicht in die Stadt wollten, sondern uns den Stadtteil Odaiba vorgenommen hatten. Odaiba ist eine Manifestation vieler Dinge, z.B. ursprünglich der Angst Japans vor zu starkem Einfluß westlicher Mächte, dann des Größenwahns zur Zeit der Bubble-Economy, schlußendlich in seiner jetzigen Form ist es eine Manifestation des Fortschrittsglaubens und des tatsächlichen technologischen Fortschritts, der Platznot, der Wirtschafts- und Innovationskraft Japans, und zugleich Zukunftsvision (oder Spielwiese) von Städteplanern und Architekten. Zehn Milliarden Dollar kostete der Bau der künstlichen Insel, auf der sich viele unterschiedliche Attraktionen befinden. Die für uns wichtigste Attraktion war zunächst der einzige Sandstrand, den Tokyo zu bieten hat. Der Stern knallte unbarmherzig auf uns herab und kaum ein Wölkchen war da, um uns Schatten zu spenden. Mit einem eiskalten Bier, ein paar Reisbällchen und ohne T-Shirt stellte sich fast “normales” Urlaubsflair ein, fernab von den Menschenmassen der Zentren.
Als es uns dann doch zu heiß wurde, hielten wir uns an den Rat eines Kolumnisten von metropolis.co.jp, der empfahl: Do as the Tokyotes do. Was machen Tokyoter bei solch einer Hitze? Sie suchen Zuflucht in riesigen Kühlschränken, die auch Kaufhäuser genannt werden. Mario und Luigi wählten, wie könnte es anders sein, als Zufluchtsort die Sega Joypolis. Die Sega Joypolis ist nicht bloß eine Spielhalle, sondern ein überdachter Vergnügungspark, der in einen Einkaufskomplex eingebettet ist. Die Automaten bzw. Fahrgeschäfte, die sich dort befinden, sind meistens ziemlich gut, aber alles andere als billig. Wie war das doch gleich mit den Credits, die man immer nachwerfen muss? Tokyo bietet SEHR VIEL, aber billig kommt kaum etwas daher. Frederick und ich haben trotzdem das ein oder andere Spiel gewagt. Bei Out Run 2 SP haben Michael und Ralf Schumacher (wir) den Japanern erst mal gezeigt, wo fahrerisch der Hammer hängt und die Meute abgehängt.
Bei diesem Spiel musste man lediglich auf die Figuren, die auf den Boden projeziert wurden, treten, um sie zu erwischen. Die Kinder hatten reichlich Spaß mit dieser ebenso simplen wie packenden Spielidee.
Initial D4 Arcade Stage punktete mit den Originalautos, die auf aufwändigen Hydraulikbühnen platziert waren. Das hat Laune gemacht…
…ebenso wie Out Run 2 SP, bei dem wir den Rest der Bande abgezockt haben.
Nach vielen vergnüglichen Spielen bei nicht so vergnüglicher Lärmkulisse machten wir uns auf den Weg nach draußen und siehe da, es war tatsächlich spürbar angenehmer geworden und nicht mehr so brutal heiß. Wir bummelten weiter durch Odaiba, schauten uns FujiTV an, bewunderten die Skyline von Shinagawa, wanderten noch weiter nach Palette Town und und und.
FujiTV Gebäude.
WTF NEW YORK? Nein, dieser Anblick bietet sich bei Sonnenuntergang von Odaiba aus. Ja, es steht ein Nachbau der Freiheitsstatue dort.
Jo, einheimische Geschöpfe weiblichen Geschlechts waren des Öfteren ein Hingucker. Gut, dass die Lumix LX-2 ein Weitwinkelobjektiv hat.
Ein Blick auf Odaiba, darunter Palette Town, ein riesiger Einkaufskomplex, komplett mit Riesenrad und allem Schnick-Schnack.
Von Odaiba aus fuhren wir mit der Monorailbahn ein Stück zurück, stiegen ein Mal um und landeten zunächst in Shinjuku. Im Westteil von Shinjuku befindet sich das äußerst imposante Rathaus der Stadt, der Tokyo Metropolitan Government Tower. Mit 243 Metern Höhe war es mal das höchste Gebäude Tokyos, aber es ist immer noch das höchste Rathaus der Welt. Die Anlage besteht aus drei Türmen, von denen der Tower No. 1 der höchste ist. Frederick und ich wollten dort die Möglichkeit nutzen, einen kostenlosen und tollen Blick über die Stadt zu erhaschen. Geöffnet ist das Observationsstockwerk bis 23 Uhr, wobei der letzte Einlass unten um 22.30 Uhr ist. Wir hetzten über den riesigen Vorplatz auf den Eingang zu, wobei wir schon von den zwei Sicherheitsleuten beobachtet wurden. Wir wurden dann von eben jenen Sicherheitsleuten darauf aufmerksam gemacht, dass es nun schon 22.33 Uhr sei, und wir deshalb nicht mehr hineingelassen werden könnten. Selbst eine kleine Notlüge, dass es unser letzter Tag in Tokyo sei, brachte nicht den gewünschten Einlass, sondern nur eine Entschuldigung, dass es den beiden um so mehr Leid tue, dass sie uns nicht hereinlassen können, wir aber jederzeit wieder Tokyo besuchen könnten. Junge, sei lieber froh, dass ich nicht nochmal komme, denn wenn ich noch mal wiederkomme, dann mit einer ganzen Wagenladung Faust im Gepäck!
Wolkenkratzer, Wut, Wolfgang.
Egal, es gibt noch andere Möglichkeiten, einen Blick auf Tokyo bei Nacht zu bekommen, also auf nach Roppongi. Roppongi ist eine zwiespältige Angelegenheit. Tagsüber weiß z.B. Roppongi Hills, ein hypermoderner Gebäudekomplex mit Mischnutzung, der u.a. mit hochklassigen und hochpreisigen Geschäften eher die wohlhabendere Kundschaft anspricht, zu begeistern. Zentrum von Roppongi Hills ist der Mori Tower, der mit 54 Stockwerken eine Höhe von ca. 240 m erreicht. Für die Kleinigkeit von vier Milliarden Dollar ist der Komplex aus dem Boden gestampft worden, in dem sich Büros von Firmen wie Yahoo!, Lehman Brothers, Goldman Sachs, Konami und anderen befinden, vier Wohntürme mit insgesamt 793 Luxusapartments exklusivsten Wohnraum bieten, aber auch viele offene Flächen und Gärten für Freiraum und die nötige Auflockerung sorgen. Kurzum, Roppongi ist eines der vielen Zentren Tokyos, eine Stadt in einer Megastadt. Roppongi Hills ist wiederum eine kleine Stadt für sich, innerhalb von Roppongi…allerdings nur für betuchte Menschen. Deshalb ist der Komplex auch nicht ohne Kritiker, denn die Vision des Erbauers Mori Minoru sah vor, eine Stadt in der Stadt zu bauen, die Familien Lebensraum bieten soll, damit sie aus den Vororten näher zu den Zentren wohnen können, um die Zeit des Pendelns zu reduzieren. Damit sollte eine Erhöhung der Lebensqualität erreicht und Tokyo attraktiver gemacht werden. Durch die exorbitanten Preise, die Konzentration von Geschäften mit Luxusartikeln, die enorme Lärmbelästigung durch die vielen, zum Teil riesigen Lautsprecherinstallationen und Bildschirme, sowie die mangelnde Barrierefreiheit in Kombination mit der labyrinthartigen Struktur, machen Roppongi Hills zu einem streitbaren Objekt, erst recht, weil für dessen Bau eine Menge alte, traditionelle Bebauung sowie viel Grünfläche weichen musste. Eine Serie von Unglücksfällen, darunter auch ein Todesfall, die durch die automatischen Türen verursacht wurde, sorgte ebenfalls für negative Publicity. Nicht mal einen Kilometer Luftlinie entfernt befindet sich zudem Tokyo Midtown, ein ähnlicher Komplex mit Mischnutzung, der außerdem das höchste Gebäude Tokyos vorweisen kann.
Als ich das erste Mal in Roppongi war, hat mich aber der Mori Tower mit seinem Tokyo City View, dem Skydeck, sowie dem Mori Kunstmuseum begeistern können, also bin ich auch mit Frederick wieder dorthin gegangen. Der Blick, den man aus dem 52. Stockwerk des Mori Towers bei Nacht hat, lässt vergessen, dass die Stadt, die 200 Meter weiter unten sich in jede Richtung weiter erstreckt, als der eigene Blick reicht, mehr Moloch oder Biest als Schönheit ist. Ich hatte es schon mal gesagt, aber es sollte einfach immer Nacht in Tokyo sein.
Eindrücke aus dem Tokyo City View.
Nachts dagegen zeigt Roppongi ein ganz anderes Gesicht, dessen Schönheit ganz im Auge des Betrachters liegt. Roppongi ist einer der Stadtteile mit dem aktivsten Nachtleben, geprägt von einer Vielzahl an Clubs, Restaurants und Love Hotels, aber noch mehr durch Etablissements, die eher dem Rotlichtbereich zuzuordnen sind. Hostessen-Bars, Sex-Kinos und “Bordelle” findet man hier zuhauf, ähnlich wie in den Stadtteilen Shinjuku und Ikebukuro. Der Unterschied zu den beiden genannten Vierteln besteht darin, dass sich in Roppongi besonders viele Ausländer herumtreiben. Viele der Bars, Restaurants und Clubs richten sich explizit an Ausländer, was man besonders daran merkt, dass man plötzlich ganz viele Freunde hat. Diese “Freunde” sind Afro-Amerikaner, die jeden Mann, der nur annähernd nach Kaukasier, ach, jeden, der nicht asiatisch aussieht, ansprechen, meistens mit “Hey friend, where are you from? Nice to meet you! You like girls? Japanese girls? You want to see some Japanese titties?”. “Ja, klar!”, habe ich dann meistens gesagt, “Aber ich will nicht dafür bezahlen!”. Man sollte aber die Hartnäckigkeit der “Kollegen” nicht unterschätzen, denn die laufen schon mal ein paar Hundert Meter mit einem und hören einfach nicht auf zu labern und zu nerven. Das macht einen Besuch in Roppongi bei Nacht _enorm_ anstrengend. Wer auf Nachtleben steht, der sollte einen Besuch aber dennoch riskieren
Ach ja, wenn man Roppongi Station verlässt und nach rechts auf die Hauptstraße von Roppongi geht, dann befindet sich nach ca. 500 Metern auf der rechten Seite an einer Kreuzung, im ersten Stock gelegen, ein koreanisches Restaurant, das so wahnsinnig leckeres Essen macht, dass ich es fast nicht glauben konnte…nur für den Fall, dass mal jemand von euch sich dorthin verirren sollte.
Die ein oder andere Bar haben wir auch besucht und natürlich die letzte Bahn verpasst, weshalb wir einfach die Nacht in Roppongi verbracht haben und morgens gegen 8 Uhr wieder zurück ins Hotel gefahren sind. Die Zeit haben wir in vielen verschiedenen Plätzen totgeschlagen, unter anderem auch in Hostessen-Clubs. Was sind überhaupt Hostessen-Clubs? Um das mal kurz zu erläutern: Für den Eintritt in Hostessen-Clubs zahlt man, je nach Klasse, Verhältnis zu demjenigen, der einen hineinlocken will, und je nach eigenem Verhandlungsgeschick, einen bestimmten Preis, für den man in der Regel während eines bestimmten Zeitraums so viel trinken kann, wie man will - oder kann, manchmal alle Getränke auf der Karte, manchmal nur eine Auswahl. Beispielsweise zahlt man 3000 Yen und kann dafür zwei Stunden lang trinken. Das hört sich günstig an, aber es wäre ja nicht eine Hostessen-Clubs, wenn es dort nicht Hostessen gäbe.
Hostessen sind Angestellte des jeweiligen Clubs, die sich, sobald ein Gast einen Club betritt, zu den Gästen setzen und mit ihnen reden. Es wird erwartet, dass man den Hostessen Drinks kauft, und das ist das, was ins Geld geht und womit der jeweilige Club Geld verdient. Da kostet eine Flasche Wein halt mal 20000 Yen…nur so als Beispiel. Je nach Club wird unterschiedlich darauf reagiert, wenn man sagt, dass man lieber nur selbst trinken möchte, ohne irgendjemandem irgendetwas zu kaufen. Hehe, zum Beispiel kann es sein, dass der zwei Meter große “Freund” von vorher sagt, dass man jetzt besser schnell das Etablissement verlassen und besser nicht auf seinem Recht bestehen solle, die zwei Stunden Freigetränke auszunutzen. Mein Rat wäre, das auch zu tun, aber so etwas passiert nur in schlechten Clubs, glaube ich. Andererseits kann man tatsächlich viel Spaß dort haben und ähh…interessante, hm, schräge Leute kennenlernen, aber das ist eine andere Geschichte, die im nächsten Eintrag erzählt werden wird. Ach ja, um noch einem Missverständnis vorzubeugen: Hostessen |= Prostituierte, zumindest nicht immer, hehe…eindeutige Angebote wird man manchmal dennoch bekommen.
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