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Heute war ein komischer Tag. Das Wetter war meistens diesig und schwül, nur am Hafen gab es einen schon fast zu kühlen Wind. Los ging es mit dem Shitenno-ji, der der älteste (offiziell etablierte) Tempel Japans zu sein scheint, gegründet im Jahr 593 von niemand geringerem als Shotoku Taishi himself! Von der vergangenen Pracht ist nur wenig übrig, was vor allem daran liegt, dass der Tempel mitten in der Betonwüste Osakas beheimatet ist und selbst nur wenig Grünflächen bietet. Die Gebäude sind im Laufe der Jahrhunderte mehrfach fast komplett zerstört worden, zuletzt während der Einäscherung Osakas im 2. WK. Nun bestehen die meisten Einrichtungen des Tempels aus modernen Materialien, sprich sie sind aus Beton nachgebaut worden. Dies geschah zwar detailgetreu, aber nichtsdestotrotz wirkt der Tempel irgendwie hässlich, die beiden Wächterfiguren eingeschlossen. Zugegeben, den neuen Garten, der nicht schlecht sein soll, haben wir beide nicht besucht. Was gibt es sonst noch bemerkenswertes? Ach ja, das torii aus Stein ist das älteste in Japan, errichtet 1294, und Schildkröten gibt es dort zuhauf.

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Das älteste aus Stein gefertigte torii Japans, erbaut 1294.

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Im Shitenno-ji. Unten seht ihr eine der künstlichen Inseln mit lauter Schildkröten darauf.

In der noch verbliebenen Zeit nach dem Besuch des Shitenno-ji haben Yvonne und ich die Gegend Tempozan besucht, die nahe beim Hafen Osaka liegt. Dort gibt es verschiedene Attraktionen zu besuchen, z.B. das Riesenrad, das mal das höchste der Welt war. 112,5 Meter hoch und 100 Meter im Durchmesser sind zwar sehr stattlich, aber die vollmundige Ankündigung, nun das größte Riesenrad der Welt zu betreten, stimmt nicht mehr so ganz, weil einige Konkurrenten aus dem eigenen Land mittlerweile ein paar Meter höher bzw. größer im Durchmesser sind. Macht ja nix, wir hatten auch so einen wunderbaren Blick auf das…äh…wunderschön diesige Osaka mit all dem schönen Beton, der tagsüber nicht so erfreulich wirkt wie noch in der Nacht zuvor. Jaja, so ist das halt…die Nacht macht einige Dinge schöner, als sie es am nächsten Tag sind, nicht wahr? Weitere Sehenswürdigkeiten in der Gegend sind das Aquarium Osaka, das zu den größten und schönsten der Welt gehören soll, aber die 2000 Yen Eintritt haben wir beide nicht gezahlt, weil wir auch nicht mehr so richtig Zeit hatten, auch nicht für das Suntory Museum, das direkt daneben liegt.

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Riesenrad, Blick über die Stadt vom Riesenrad aus, Osaka Aquarium.

In der Touristenfalle neben dem Riesenrad habe ich mich tatsächlich von einem Ninja belabern lassen, 500 Yen für das tolle Ninjahaus auszugeben, was, nachdem ich es besucht hatte, im Nachhinein als die schlechteste Geisterbahn der Welt bewertet werden muss. Kann sich jemand an die Simpsonsfolge erinnern, in der der alte Typ Bart und Lisa bequatscht, die ach so tolle Geisterbahn zu besuchen und ihnen somit ihr Geld abluchst? Bart und Lisa fahren mit der Geisterbahn, die natürlich der absolute Müll ist. Als sie die Bahn verlassen, entschuldigt sich der Alte und schämt sich, “Tut mir leid, Kinder!”. Ich vermute mal, dass es die japanische Art der Entschuldigung ist, zig Mal “arigatou gozaimashita” zu rufen und noch für ein Foto zu posieren. Totaler Schrott!

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Ninja, Wolle, posierend vor dem schlechtesten Ninjahaus der Welt

Aufgemuntert hat mich danach eine Reihe von lustigen Schildern. Wer kann mir den Satz auf dem Schild der Pachinko-Halle erklären?

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Ich verstehe es nicht.

Die beiden Schilder mit dem Affen und den anderen Tieren, die ordentliches Benehmen in der Bahn erläutern, sind mal wieder ganz große Kunst.

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Doch es hilft alles nichts, time to say goodbye, dieses Mal aber wirklich. Yvonne wollte ihren Flieger nach Sapporo nicht noch mal verpassen, deshalb wurde zeitig tschüss gesagt. Yvonne ist ein sehr netter Mensch und ein guter Freund geworden. Danke und vielleicht sieht man sich ja noch mal wieder, vielleicht in Taiwan, vielleicht in Deutschland, vielleicht in Japan oder sonstwo…die Welt ist klein.

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So Yvonne, I wonder whether this is correct, but I’ll just give it a try: 藕断丝连. 谢谢.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, Zeit totzuschlagen, mal hier, mal da, denn mein Bus, der mich nach Hiroshima bringen würde, fuhr erst gegen 23:50 in der Nähe des Bahnhofs Osaka ab. Am Ende quartierte ich mich in einer Bar ein, in der ich, als ich meinen Laptop auspackte, um mal ein paar Fotos zu sortieren, Mails zu schreiben und Einträge vorzubereiten, verwundert angeschaut wurde. Macht ja nix, erst recht nicht, wenn dazu Ol’ Blue Eyes aus den Lautsprechern tönt, die nette Dame am Tisch gegenüber mehr Augenkontakt mit mir als mit ihrem deutlich älteren Begleiter hat und der Vodka straight einer von der guten Sorte ist.

Bis dann! In Hiroshima. Kurose.

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Für heute stand ein weiteres der bekanntesten Postkartenmotive Japans auf dem Programm, Himeji-jo. Der ein oder andere wird das Motiv der weißen Burg vor einem kontrastierend blauen Himmel bestimmt schon mal gesehen haben. Natürlich ist auch diese sehr gut erhaltene Burg Weltkulturerbe, repräsentiert sie doch die Spitze der japanischen Burgbaukunst und blieb weitestgehend im Originalzustand, trotz Bombardierung im 2. WK. Klar, dass Yvonne und ich uns das anschauen mussten. Schon von weitem kann man die Burg erkennen, wie sie über dem ansonst flachen Stadtgebiet von Himeji thront. Es ist schon ein toller Anblick, wenn man die mehrspurige Hauptstraße entlang geht und den ca. 46 Meter hohen Hauptturm, der wiederum auf dem 46 Meter hohen Himeyama steht, immer größer wird. Zur Geschichte könnt ihr entweder durch Klick auf den oberen Link mehr erfahren (inkl. virtuelle Tour), oder natürlich hier.

Die Tour durch die Burg war interessant, informativ und vor allem erfrischend, denn draußen herrschte eine fiese Hitze. Da war man für den kühlen Holzboden unter den Füßen dankbar. Fotos habe ich viele gemacht, daher an dieser Stelle nur ein paar repräsentative Eindrücke:

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Schon aus großer Entfernung ist der Hauptturm der Burg auf dem Himeyama zu erkennen.

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Ist sie nicht ein Prachtstück?

Aber wie gesagt, weitere Fotos, Detailaufnahmen usw. gibt es in der Galerie, nur auf eine Besonderheit möchte ich noch hinweisen, weil es eine interessante Geschichte ist. Der folgende Brunnen wird Okiku-ido genannt.

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Okiku-ido deshalb, weil sich eine sehr bekannte japanische Geistergeschichte darum dreht, wie man hier nachlesen kann. Ich fühlte mich spontan an Sadako aus “Ringu” erinnert. Ich meine auch, dass Luki damals, als er in Japan war, auch am gleichen Ort war und auch ein Foto gemacht hat. Lustig, ne, Luki? Bei mir hat es nur ein bissl länger gedauert, aber gesehen habe ich es auch \o/. Für eine Besichtigung des Gartens hat es nicht mehr gereicht, weil Yvonne und ich uns so viel Zeit bei der Besichtigung der Burg gegönnt haben. Yvonne musste zurück nach Osaka, um ihren Flieger von KIX aus nach Sapporo zu bekommen, also ging es zurück zum Bahnhof. Time to say goodbye, Henry! Denkste, denn dank einer unendlich optimistischen Zeitplanung, die eher zu mir gepasst hätte, verpasste Yvonne ihren Flieger. Macht ja nix, sind ja nur 35000 Yen ;-).

In der Zwischenzeit, also bis Yvonne wieder vom Flughafen zurück zu unserem Hotel fuhr, habe ich mich in der Nachbarschaft des Hotels umgeschaut und einen krassen Stadtteil Osakas entdeckt, Shinsekai genannt, was so viel wie “neue Welt” bedeutet. Der Name passt mal SO GAR NICHT zu dem Stadtteil, denn der ist alles andere als neu und modern. Der ganze Stadtteil wirkt so, als wäre die Zeit dort stehen geblieben und ich habe mir erlaubt dafür dieses Wort zu kreieren: Großstadtromantikendzeitmix. Was kann man sich darunter vorstellen? Fangen wir bei dem “Festival Gate” an: Festival Gate ist der Name eines Komplexes, der als eine Mischung aus Vergnügungspark, Einkaufszentrum und Freizeitbereich den Versuch darstellte, einem Stadtviertel, das ziemlich runtergekommen war, neues Leben einzuhauchen und neue Besucherschichten anzulocken. 1997 eröffnet, ging die Betreibergesellschaft 2004 bankrott , Festival Gate wurde geschlossen und der Verrottung preisgegeben. Dass das Teil keinen Erfolg hatte, wundert mich nicht im geringsten, denn alles daran ist hässlich. Als ein Mahnmal für schlechte Stadtplanung, hässliche Architektur inkl. unsäglicher Farbgebung fristet es heute sein Dasein als Großstadtruine und Millionengrab. Trostlosigkeit ist das Wort, das mir sofort in den Sinn kam, und das ALLERTROSTLOSESTE, was ich je gesehen habe, ist, dass eine einzelne Eisdiele/Creperia dort noch geöffnet hat! Es war _niemand_ außer mir in dem Komplex und in dem Laden saß die Bedienung, den Kopf zum Studium einer Zeitung in selbige versenkt. Ganz krass…

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“Festival Gate”…neee du, wat een Festiwall wa?

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Übel, oder?

Ich habe es gerade noch so geschafft, die Rasierklinge von meinen Adern fernzuhalten (remember kids, it’s down the lane, not across the street!) und nicht von der Trostlosigkeit überwältigt zu werden, hehe, aber auch nur deshalb, weil ein paar Meter weiter der eigentliche Bereich der Shinsekai beginnt. Von dort drang Lärm und leckerer Geruch frischen Grillguts zu mir herüber, weshalb ich die Rasierklinge einem staunenden Kind (Ohh…ein Ausländer!) zum Spielen schenkte. Shinsekai ist schwer zu beschreiben…das Viertel “genießt” einen ausgesprochen schlechten Ruf, weil es mal so etwas wie ein Hort der Kriminalität war, vielleicht einer der wenigen Orte in Japan, die so etwas wie “unsicher” waren, zumindest nach japanischem Standard, der ein völlig anderer ist als unserer. Die über 100-jährige Geschichte des Stadtviertels mit dem Tsutenkaku Turm als Wahrzeichen zeigt, das trotz vieler Versuche, diesen Stadtteil zu so etwas wie einem modernen Zentrum zu machen, diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt waren. Die Webseite des Viertels ist auf jeden Fall einen Besuch wert und vermittelt tolle Informationen zu Geschichte und gegenwärtigem Angebot, auch wenn sie nicht immer aktuell ist, was wiederum ganz hervorragend zu dem Charakter des Viertels selber passt. So wird z.B. nicht erwähnt, dass “Festival Gate” geschlossen ist :-D

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Die Gassen sind von einer besonderen Energie erfüllt.

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Fugu, Kugelfisch, ist eine Spezialität in diesem Viertel, wie man unschwer erkennen kann.

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Der Tsutenkaku Turm.

Lauter kleine und große Restaurants, die vor allem Spezialitäten wie Fugu oder Kushi-katsu servieren, teilen sich den begrenzten Platz mit Clubs, in denen shogi (eine Art japanisches Schach) gespielt wird, oder uralten Pachinko Hallen, in denen noch auf klassischen Maschinen gespielt wird. Direkt daneben kann man Friseurläden finden, die einen Haarschnitt für 600 Yen anbieten, und gleich um die Ecke gibt es das coolste Kino der Welt, in dem alte Samurai- und Gangsterfilme der 50er bis 70er Jahre gezeigt werden…und natürlich Pornos aus der gleichen Epoche…vielleicht auch welche neueren Datums. Ich hätte mir sehr gerne den Musashi Film angesehen, aber mangelnde Zeit und die Vorstellung dessen, was die relativ große Anzahl an alten Herren, die gerade eine Pornovorstellung verließ, dort wohl getrieben haben, hinderten mich daran, das Kino zu besuchen. Bilder habe ich aber dennoch ein paar gemacht:

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Cooles Kino mit allem, was die Welt so braucht: Samurai, Schwertkampf, Gangster, Gewalt, Drogen, Sex.

Der krude Stilmix spiegelt den Charakter des Viertels ziemlich gut wieder. Geht man um die nächste Ecke, findet man ein paar Theater, weitere Restaurants, eine überdachte “Markthalle”, in der die vielen Lebensmittelläden einen gewöhnungsbedürftigen Geruch verbreiten und die Angestellten sicherlich nicht mit Einweghandschuhen die Ware anfassen :-) Im gesamten Viertel wird Alkohol auf offener Straße konsumiert, was ich so bisher noch nicht gesehen hatte, und zwar nicht nur von Obdachlosen, sondern auch von jungen Vätern, die ihr Kind im Kinderwagen vor sich her schieben und die lockere, ungezwungene Atmosphäre, die ich so in Japan noch nicht erlebt habe, zu genießen schienen. Ich könnte mich täuschen, aber in einer Ecke hatte ich auch den Eindruck, dass die zwei Damen mich offensiver angegrinst haben, als es sonst der Fall war…vielleicht habe ich so etwas wie Prostituierte gesehen. Der gemeinsame Nenner in Shinsekai scheint eine Art Patina zu sein, die an allen Gebäuden klebt und unmissverständlich zeigt, dass Dinge vergänglich sind. Selbst neuere Pachinko-Hallen oder Convenience Stores bleiben davon nicht verschont. Ach ja, gut übrigens, dass ich die Rasierklinge dem Kind gegeben hatte, denn nach dem “Festival Gate” kam der Overkill an Trostlosigkeit schlechthin, der Tenno-ji-Zoo, der an Shinsekai angrenzt. Seine wunderschön idyllische Lage unterhalb einer Autobahnbrücke bietet folgenden Anblick:

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Herrlich! Da geht man doch gerne mit der Familie Sonntags auf einen Spaziergang hin! Ich machte mich schnell auf die Suche nach dem Kind mit meiner Rasierklinge, weil das Gescheuere mit den Stäbchen, die ich zu meinem Sushi im Convenience Store bekommen hatte, auf meinem Arm zu lange dauerte.

Die einzigartige Atmosphäre mit der nicht definierbaren Mischung aus Trostlosigkeit, vibrierender Energie, traditioneller japanischer Kultur und unterschiedlichem Publikum macht Shinsekai aber definitiv empfehlenswert…auf eine merkwürdige Art und Weise. Großstadtromantikendzeitmix eben.

Kurz danach traf ich Yvonne in unserem Hotel wieder. Zusammen machten wir die Reise in einen Teil Osakas, der die Bezeichnung shinsekai wohl eher verdienen würde. Das futuristische Umeda Sky Building, das den Stadtteil Umeda in der Nähe des Hauptbahnhofs mit seiner bemerkenswerten Erscheinung dominiert, sieht wie ein getunter La Grande Arche aus, sozusagen La Défense im “The Fast And The Furious”-Stil. Das nicht unumstrittene Design beeindruckte mich sehr, vor allem zu der Zeit, als Yvonne und ich dort waren, nämlich am späten Abend bzw. in der Nacht. In 173 Meter thront die Aussichtsplattform, “Floating Garden Observatory” genannt, von der aus man einen - je nach Wetter - wahnsinnig tollen Blick über die Stadt genießen kann, sei es auf Sonnenaufgang, Sonnenuntergang oder das Lichtermeer in der Nacht. Der Brunnen unterhalb des Gebäudes ist dank seines Farbspiels ebenfalls erwähnenswert. Dass die Atmosphäre auf dem Dach des Gebäudes super ist, muss ich eigentlich nicht erwähnen. Der Boden des Observatoriums ist mit einem Sternenhimmel bemalt, der durch die Bestrahlung mit UV-Licht leuchtet, was den ohnehin tollen Anblick des “Sternenhimmels” der Großstadt unter uns noch mal verstärkte. Wenn es nach mir ginge, wäre es in Osaka und Tokyo immer Nacht, denn es sieht einfach zu cool aus.

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Die Farben dieses Brunnens wechselten ständig, was dem Platz ein berauschend schönes Leuchten verlieh. Auf der unteren Ebene befindet sich eine kleine grüne Oase inmitten des Brunnens, umgeben von Restaurants und Cafés.
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Schaut man vom Brunnen nach oben, dann BAM!! Das Umeda Sky Building ist - besonders abends - ein geiler Anblick.

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So sieht der Boden des “Floating Garden Observatorium” aus.

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Es gibt Orte, an denen es immer Nacht sein sollte.

Unterhalb der Aussichtsplattform gibt es eine weitere Gelegenheit, einen Blick auf die Stadt zu werfen. In einzelnen Rundsesseln, die in einigem Abstand zu einander platziert sind, kann man Platz nehmen und durch Fenster nach draußen schauen. Großstadtromantik, würde ich mal so sagen. Auf dem gleichen Stockwerk gibt es noch eine Ausstellung, die über den Bau des Umeda Sky Buildings sowie das generelle Bestreben der Menschheit, hohe Gebäude mit dem Ziel zu bauen, dem Himmel nah zu sein, informiert. Leicht verklärt erscheint mir diese Sicht der Dinge, aber genau das macht die Ausstellung so interessant, ebenso wie die Einbeziehung antiker Bauwerke, wie der Turm von Alexandria. Ein kleiner Schauer lief mir den Rücken hinunter, weil das World Trade Center ebenfalls in dieser Liste vorhanden ist.

Außer Büros befinden sich in dem Gebäude noch Kinos für anspruchsvolle Filme, sozusagen art house cinema, sowie im Kellergeschoß eine Reihe von Restaurants, die in einer Nachbildung einer Straße der frühen Showa-Zeit beheimatet sind…abgefahren.

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Die Rundsessel mit Blick auf die Stadt.

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Hier seht ihr den Restaurantbereich im Keller des Gebäudes, nachempfunden einer Straße der frühen Showa-Zeit.

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Hier noch Familie Wolle beim Ausflug.

So, mit dem letzten Zug sind wir zurück zum Hotel gefahren.

Gute Nacht.

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Kyoto hatten wir hinter uns gelassen, unser neues Basiscamp in Osaka aufgeschlagen, um von da aus die Region weiter zu erkunden. Ungefähr eine Stunde von Osaka entfernt liegt Nara, das ebenfalls mal die Hauptstadt Japans war, und zwar noch vor Kyoto. Aus diesem Grund finden sich in Nara viele besonders alte Sehenswürdigkeiten, von denen der Todai-ji mit dem Daibutsu sicher die bekanntesten sind. Doch bevor wir uns im Zentrum Naras umsahen, haben wir einen Abstecher zum Horyu-ji gemacht. Der Tempel gehört zu den ältesten und wichtigsten Japans, zudem ist er Japans erstes Weltkulturerbe. Die fünfstöckige Pagode gilt als das älteste Holzgebäude der Welt, so ist das Holz der zentralen Stützsäule im Jahr 594 gefällt worden, wie eine Analyse ergab. Wer mehr erfahren möchte, sollte auf die Links klicken. Ein paar der Gebäude werden gerade restauriert, deshalb konnte man sich nicht alles anschauen, aber das, was zu sehen gab, war toll und rechtfertigte den Preis von 1000 Yen, da im Preis auch der Eintritt in das Museum inbegriffen war, in dem viele Nationalschätze Japans zu bestaunen sind.

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Diese beiden Gebäude, Kon-do und Gojun-to, gelten als die ältesten Holzgebäude der Welt.

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Oben seht ihr das Shakyamuni-trio, darunter die Halle von Prinz Shotokus Seele. Komisch, dass sich dort nicht so viele Leute aufhielten, gehört er doch mit Sicherheit zu den wichtigsten Personen der japanischen Geschichte.

Wie waren ziemlich früh am Horyu-ji und verließen den Tempelkomplex gerade zur richtigen Zeit, bevor der Strom der Touristen einsetzte. Der Zug brachte uns entlang der Küste wieder zurück nach Nara, wo wir uns auf den Weg zum zentralen Tempelkomplex bzw. Nara-Park machten.

Eine Besonderheit des Nara-Parks ist, dass dort Unmengen von Rehen und Hirschen frei herumlaufen. Die Tiere gelten als Boten der Götter, sind aber vor allem als Fotomotiv für die Touris interessant. An vielen Stellen kann man besondere Kekse kaufen, die man an die Viecher verfüttern kann. Man sollte dabei aber nicht die Gier der Tiere unterschätzen…mit ruhigem Abwarten ist es da nicht weit her. Sobald jemand Kekse in der Hand hat, strömen die Tiere in Gruppen herbei, was auf manch einenl bedrohlich wirken kann, da sie ab und zu beissen. Ich habe jedenfalls noch nie so oft das Wort “kowaiii” gehört, verbunden mit spitzen Schreien hochhackig besohlter, japanischer Frauen, unterbrochen von lautem Gelächter japanischer Männer. Hehe, ich fand es auch witzig, Yvonne ebenfalls.

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Der Typ war zu cool und benutzte seinen Hund als Kopfkissen.

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Haha, kowaaaiii! Ja lauf nur, ich bekomme deinen Keks schon noch!

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Die fünfstöckige Pagode des Kofuku-ji ist mit knapp über 50 Metern die zweithöchste Japans.

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Die Foto-Love-Story von Yvonne und dem Hirsch!

Lustig war das. Weiter ging es zum Hauptziel, der Todai-ji. Der Todai-ji ist gleich in mehrerer Hinsicht beeindruckend. Er gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Tempeln Japans, weshalb es vor Touristen dort nur so wimmelte. Besonders bekannt ist er wegen der riesigen Buddhastatue, Daibutsu, die immer hin 30m hoch ist (mit Sockel), aus Bronze ist und ca. 450 Tonnen wiegt. Nicht minder imposant ist die Haupthalle, Daibutsu-den, in der sich die Statue befindet: sie ist das größte Holzgebäude der Welt, dabei besitzt sie nur zwei Drittel ihrer ursprünglichen Größe! Unvorstellbare Ausmaße eigentlich, vor allem wenn man bedenkt, dass damals noch zwei über 100 Meter hohe Pagoden die Haupthalle zur Linken und Rechten säumten. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass der Bau des Tempels damals die Ressourcen Japans fast vollständig erschöpfte und den Staat an den Rand des Ruins trieb. Dass er Weltkulturerbe ist, dürfte klar sein.

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Touristen drängen sich wie blöde auf dem Weg zum Eingang des Todai-ji, zwischendrin auch ein paar Rehe.

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Das große Nandai-mon, in dem sich wieder Statuen der Nio befinden, geschaffen vom Meister Unkei. Über 8 Meter sind sie groß!

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Die Daibutsu-den.

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Daibutsu! Um einen Größenvergleich zu liefern…die Finger haben in etwa die Größe eines Erwachsenen!

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Aus einer anderen Perspektive.

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Komoku-ten, einer der vier Könige des Himmels, in diesem Falle der des Westens.

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Das Modell des Tempels, wie er früher mal ausgesehen hat.

Der Todai-ji mit Daibutsu-den und Daibutsu gehört zu den Orten, die man gesehen haben muss, um sie glauben zu können. Beschreibungen und Fotos können, ähnlich wie im Sanjusangen-do, nicht wiedergeben, wie es wirklich vor Ort ist, welche Atmosphäre herrscht und wie beeindruckend es eigentlich ist. Ganz, ganz großes Tennis wird hier geboten!

Ein netter Gag am Rande ist eine Säule, in der sich unten ein Loch befindet, das die Größe der Nasenlöcher des Daibutsu haben soll. Wenn man es schafft, durch das Loch zu kriechen, dann wird man im nächsten Leben die Erleuchtung erfahren. Der Glaube daran lässt manche allzu optimistisch werden, weshalb öfters Leute aus dem Loch befreit werden müssen. Kinder schaffen es in der Regel, dadurch zu kriechen…in der Regel, aber nicht immer, wie diese Fotos beweisen:

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Haha, Endstation Fat Kid Camp! Ich habe es übrigens auch nicht geschafft :-D

Voller Ehrfurcht vor der unglaublichen Leistung der Erbauer des Todai-ji, verließen wir selbigen in Richtung Nigatsu-do. Der Nigatsu-do ist ein Subtempel des Todai-ji, von dem man einen schönen Blick auf Nara hat. Bis auf eine große Anzahl an Kindergartenkindern verlief sich kaum jemand dorthin…unverständlicherweise.

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Der Blick von der Veranda des Nigatsu-do auf Nara. Das Dach der Daibutsu-den ist gut zu sehen.

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Kindergartenkinder, die schön nach Farben in Gruppen eingeteilt waren :-)

Nicht weit vom Nigatsu-do befindet sich der Kasuga-taisha, der Weltkulturerbe ist und zu den wichtigsten Schreinen Japans zählt. Berühmt ist er vor allem für seine Architektur, so hat der Baustil Taisha-zukuri seinen Namen vom Kasuga-taisha. Weiterhin bekannt ist er für die sehr große Anzahl an Bronze- und Steinlaternen, sowie für das Kasuga-matsuri, das eins der drei wichtigsten Feste Japans ist. Wie auch bei vielen anderen Schreinen ist die Einbettung in den Berg hier wieder grandios gelungen, so dass der Spaziergang durch die verwinkelten Wege und unzähligen Nebenschreine ein Erlebnis ist. Wie geil muss das erst sein, wenn zwei Mal im Jahr ALLE Laternen erleuchtet sind, beim setsubun und beim o-bon Fest nämlich.

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Im Kasuga-taisha, darunter ein kleiner Teil der steinernen Laternen außerhalb des Hauptgebäudes.

Damit war der Tag in Nara fast zu Ende…wir gingen wieder zurück in die Stadt zum Bahnhof, sozusagen in den Sonnenuntergang hinein, wie Lucky Lucke.

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Nara ist also auch ein schönes Plätzchen und jedem nur wärmstens ans Herz zu legen. Ein Tagestrip lohnt sich auf jeden Fall, sei es von Kyoto oder von Osaka aus…ach alleine für Todai-ji und Kasuga-taisha lohnt es sich schon, die Zeit und das Geld zu investieren.

Zurück in Osaka haben Yvonne und ich uns noch mal im Süden Osakas herumgetrieben und uns das Nachtleben angeschaut. Die Gegend dort vibriert förmlich vor Energie, vor allem um Ebisu-bashi herum. Diese Brücke wird auch gerne als Nampa-bashi bezeichnet, weil hier so offensiv angegraben wird :-D Vor ungefähr fünf Monaten war ich schon mal hier, zu Beginn meines Japanaufenthalts. Es war ein komisches Gefühl, jetzt noch mal da zu sein…

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Mir gefiel es wieder super…ich liebe diesen Blade Runner Stil! Ein Video habe ich auch noch gemacht:

Video: Partymeile Osakas: ebisu-bashi (16 MB)

Westlich davon liegt Amerika-mura, ein Bereich Osakas, der vor allem bei den jungen Leuten und fashionistas extrem beliebt ist, weil sich hier viele trendige Läden befinden. Hier wird zwischen trendigen Shops gepost, was das Zeug hält. Dazu gibt es noch den Sankaku-koen, einen “Betonpark”, der eigentlich nur ein dreieckiger Platz ist, auf dem ach so coole Leute rumhängen. Ich stellte fest, dass ich aus dem Alter raus bin, aber lustig anzuschauen war es allemal, vor allem weil die “coolen” Skater dort mit ihrem “Können” die Girlies beeindruckt haben, obwohl - wie so oft, wie bei den Posern in Köln auch - nicht mal der Kickflip klappt :-D Irgendwie hat sich in all den Jahren, seitdem ich in Deutschland skatete, doch recht wenig am grundlegenden Prinzip geändert haha. Das Beste an dem Platz war eine Psytrance-Party, die in einem Club unmittelbar neben dem Sankaku-koen stattfand. Aber schaut euch einfach die Videos an:

Video: Coole Kids sind cool (10 MB)
Video: Psytrance Party neben der Straße (8 MB)

Osaka ist schon eine coole Stadt, die besonders abends an Schönheit gewinnt, weil die Betonwüste in gleißendes Neonlicht getaucht wird. In der Galerie gibt es noch viele, viele andere Fotos vom heutigen Tag, schaut einfach mal rein. Bis dann!

Nara

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