Auf auf, weiter geht’s! Kyoto hat viel zu bieten, vor allem an der Tempelfront. Nicht weniger als 17 Stätten mit dem Status des Weltkulturerbe gibt es in Kyoto zu besichtigen. Eine davon, der Nishi Hongan-ji, konnte ich bereits gestern abhaken, für heute hatte ich mir drei weitere vorgenommen. Doch der Reihe nach. Unweit meines ryokan befindet sich der Tempelkomplex des Daitoku-ji, in dem es weitere interessante Subtempel zu besichtigen galt. Insgesamt 22 Subtempel hat der Daitoku-ji, der zu der Schule des Rinzai-Zen gehört. Von den 22 Subtempeln kann man nur die wenigsten besichtigen. Angefangen habe ich mit dem Daisen-in, der als einer der wichtigsten Subtempel gilt. Für mich war er jedoch eine herbe Enttäuschung, da man 500 Yen Eintritt zahlen muss, erst im Tempel darauf hingewiesen wird, dass man keine Fotos machen darf, und der Steingarten, für den der Tempel so berühmt ist, viel von seiner Schönheit eingebüßt hatte. Das Dach des Tempels wurde zu dem Zeitpunkt restauriert, weshalb in dem Steingarten und rings um das Hauptgebäude herum hässliche Stützen von Baugerüsten das Gesamtbild komplett verschandelten. Von Rabatten hatten die Mönche dort auch nichts gehört, wa? Egal, ich habe trotzdem Fotos gemacht, und zwar von den Gärten vor dem Daisen-in und vom Innern der Haupthalle.

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Voller Tatendrang am Morgen. Hier bin ich gerade an einem der Eingänge des Daitoku-ji Tempelkomplexes.

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Einer der Gärten, die sich so am Wegesrand tummeln und nicht mal zu den erwähnenswerten gehören, sprich man zahlt keinen Eintritt.

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Buh! Im Innern der Haupthalle des Daisen-in. Restaurierungsarbeiten durchzuführen und dennoch 500 Yen Eintritt zu verlangen ist nicht nett.

Nach der Enttäuschung namens Daisen-in ging es weiter in Richtung Ryogen-in. Auf dem Weg dorthin konnte ich noch die Hauptgebäude des Daitoku-ji bewundern, von denen mir auf mindestens ebenso wundersame Weise die Fotos abhanden gekommen sind. Macht ja nix…oder doch? Der Ryogen-in war im Gegensatz zum Daisen-in eine Wohltat mit seinen sehr stilvollen Gärten, die zudem auch nicht von Besuchern überrannt waren. Hier ließ es sich ausshalten und deswegen habe ich mir erstmal 15 Minuten Moos angeschaut. Klingt blöd, kann aber wirklich erfrischend (anders) sein.

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Zwei Impressionen aus dem Ryogen-in.

Voller Moos..äh Ruhe im Kopf ging es dann weiter zum Zuiho-in. Tja, welches Wort soll ich verwenden? Wunderschön habe ich schon so oft als Bezeichnung für die Qualitäten der verschiedenen Orte, an denen ich bisher war, verwendet. Aber es trifft nun mal zu…erneut.

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Wenn man sich ein bißchen mit den Details der Zen-Philosophie, die hinter der Art und Weise steht, wie die Tempel und Gärten angelegt wurden, beschäftigt, dann wird man mit netten Einsichten belohnt. Bevor man im Zuiho-in das eigentliche Tor zum Tempel durchschreitet, hat man einen kleinen Eingangsgarten durchquert, durch dessen Wege man insgesamt drei Mal “gedreht” wurde. Damit soll man daran erinnert werden, dass man gereist und nun angekommen ist und man dadurch beim geistigen Schritt von einer äußeren, formalen Welt hin zu einer inneren, spirituellen Welt unterstützt wird. Im Zuiho-in finden sich auch viele Hinweise auf den Einfluß des Christentums, das durch Spanier und Portugiesen in der Mitte des 16. Jh. in Japan bekannt wurde. Der Gründer des Tempels Otomo Sorin, konvertierte damals zum Christentum. Fast wie bei Dan Brown kann man in einem der Gärten, dem Garten des Kreuzes, in den Steinen, die sich dort befinden, ein asymmetrisches Kreuz entdecken, wenn man von der südöstlichen Seite auf den Steingarten schaut. In der Verlängerung der Vertikalachse des “Kreuzes”, hinter dem eigenen Standpunkt, befindet sich eine Steinlaterne, unter der eine Marienstatue vergraben ist. Spannend, oder?

Weil ich mich zu lange dort aufhielt, wurde die Zeit knapp und ich musste mich beeilen, um das angestrebte Programm erfüllen zu können. Den Koto-in ließ ich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, aber am Grab von Murasaki Shikibu, das in einem Hinterhof verborgen lag, habe ich mich unbedingt kurz verbeugen müssen. Danke, Madame, für dieses tolle Buch. Die englische Übersetzung von Seidensticker kann man hier herunterladen. Dieses Jahr ist außerdem das 1000-jährige (!) Jubiläum des Genji Monogatari. Ein guter Zeitpunkt, um sich eine deutsche Übersetzung zu kaufen!

Kultur en masse also in Kyoto, nun aber wieder Weltkultur, besser gesagt Weltkulturerbe. Eines der bekanntesten Fotomotive Japans dürfte mit Sicherheit der goldene Pavillion sein, der Kinkaku. Informell wird der Tempel, in dem er steht, als Kinkaku-ji bezeichnet, aber eigentlich ist es der Rokuon-ji. Haare will ich aber nicht spalten, aber dafür ein paar Fotos rausrücken.

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Ha! Na, wer hat davon schon mal ein Foto gesehen? Der Kinkaku gehört zu den Hauptattraktionen in Kyoto, deshalb werden die Touristen auch mit Muldenkippern herangekarrt.

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Sehr viele Schulklassen wurden hier im Minutentakt an den “scenic spots” vorbeigeschleust. Schnell posiert, ein V gemacht, und weiter ging es im Text. Mit der Truppe hier musste ich posieren, weil die mich kakkoiiiiii, also cool, fanden. Lol. Insgesamt ist der Rokuon-ji eine schöne Anlage, wenn man sich mit den Massen an Touristen arrangieren kann.

Allzu viel Zeit habe ich mir dort aber nicht gegönnt, sondern mich zum Nachbartempel, Ryoan-ji, aufgemacht. Der ist, ebenso wie der Rokuon-ji, Weltkulturerbe und besonders für seinen Steingarten berühmt. Da wurde auch nicht zuviel versprochen, denn der Ryoan-ji war nach dem Fushimi Inari der bisherige Höhepunkt in Kyoto. Solche Orte kann man schlecht beschreiben, man muss eigentlich mal dort gewesen sein und die Atmosphäre in sich aufsaugen. Glücklicherweise waren verhältnismäßig wenige Touristen da, deshalb habe ich dort auch entspannt, mich auf die Holzplanken des Tempels gelegt und den Steingarten angeschaut.

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Bam! Der Ryoan-ji kann einiges! Ich empfehle, entweder morgens früh oder am späten Nachmittag dorthin zu gehen, damit man die Massen an Touristen vermeiden kann und die Atmosphäre des Gartens besser auf sich wirken lassen kann. Weitere Fotos dieses tollen Tempels gibt es in der Galerie. Wer den Witz mit der Pagode versteht, der kann sich getrost zu den guten Menschen auf diesem Planeten zählen.

Durch den längeren Aufenthalt im Ryoan-ji, gepaart mit den nicht touristenfreundlichen Öffnungzeiten buddhistischer Tempel, konnte ich vom Ninna-ji, der ein paar Hundert Meter weiter “die Straße runter” zu finden ist, nur noch das imposante, aber leider geschlossene San-mon fotografieren. Ebenfalls ein Weltkulturerbe, werde ich ihn mir halt an einem anderen Tag anschauen, schließlich habe ich noch ein bissl Zeit.

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Einer der beiden Nio, zwei Könige, die als Wächterfiguren an den Eingängen von vielen buddhistischen Tempeln stehen. Die hätte ich gerne als Freunde.

Für den Rest des Tages machte ich noch einen SEHR ausgedehnten Spaziergang im kaiserlichen Park von Kyoto, der den Kaiserpalast umgibt. Der Park misst immerhin 1,3 x 0,7 Kilometer und ist somit mehr als groß genug, um mal eben mit dem Hündchen Gassi zu gehen. Um die späte Tageszeit war der Park fast menschenleer, nur hier und da verirrte sich mal ein Jogger in das riesige Gelände, oder eine der Polizeistreifen fuhr aufreizend langsam an mir vorbei, wobei ich genau gemustert wurde. Man ist ja schließlich in Alarmbereitschaft wegen des Terrors!

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Das Gelände ist wirklich riesig! Den Palast kann man nur besichtigen, wenn man sich vorher, ähnlich wie in Tokyo, anmeldet und seine persönlichen Daten wie Ausweisnummer usw. angibt. Da hatte ich gerade keine Lust zu, mal abgesehen davon, dass es schon zu spät dafür war. Übrigens hätte selbst der gute alte Snake hier mit seinem Radar arge Probleme, unentdeckt durchzukommen. Das Gelände ist mit Kameras verseucht! Im Park selber kann man prima joggen oder Baseball spielen, Tennisplätze gibt es ebenfalls. Die Tennisplätze waren total überfüllt, aber es war lustig zu sehen, wie die Oberschülerinnen aufhörten zu spielen und kicherten, weil ich am Zaun stand und zuschaute. Jede schickte die nächste vor, dass sie doch spielen möge…hahaha! Kein Witz! Jaja…immer diese Ausländer, ne.

Nach gefühlten 50 km Fußmarsch in Flip-Flops kehrte ich ziemlich platt in mein ryokan zurück.

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Gute Nacht!

Kyoto, Teil 2

49 Fotos

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Hisashiburi ne…ja ich habe lange nichts von mir hören lassen, weil ich lange Zeit unterwegs war, und zwar in Kyoto, Nara, Himeji und Osaka. Nach dem alltäglichen Sightseeing-Marathon bin ich abends nur noch todmüde ins Bett gefallen, weshalb sich ein Update des Blogs und Mails arg verspätet haben. Besser spät als nie, oder? Deshalb werde ich jetzt ein massives Blogupdate mit diesem Eintrag beginnen, will aber vorher noch etwas anmerken:

1. Es wird viele Bilder aus Tempeln und Schreinen geben

2. Die Qualität der Bilder ist nicht so berauschend, weil meine 5 Jahre alte 3-Megapixel-Kamera zum Einsatz kam

Also, los geht’s!

Wie der Titel schon sagt, bin ich in Kyoto angekommen. Kyoto, das ist die Stadt, die für die längste Zeit die offizielle Hauptstadt Japans war und, wenn man den Japan besuchen sollte, als Ausflugsziel mindestens so wichtig sein sollte wie Tokyo. Tokyo habe ich ja schon zum Teil abgegrast und ich werde dort noch mal ein paar Tage verbringen, wenn mich mein jüngerer Bruder besuchen wird. Von Tokyo aus bin ich mit dem Nachtbus nach Kyoto gefahren. Jedes Mal, wenn ich mit dem Langstreckenbus fahre, sehe ich die positiven Seiten des - von den Japanern vermutlich nicht als solchen empfundenen - japanischen Rassismus’. Rassismus? Jaja, jeden Tag gibt es lauter Kleinigkeiten, durch die mir vor Augen geführt wird, dass ich Ausländer bin. Achtung, ab jetzt wird kurz gelästert, aber ich habe bisher so viele gute Sachen geschrieben, da werde ich mir das mal kurz erlauben dürfen ;-) Ach ja, ich möchte dadurch nicht “die Japaner” über einen Kamm scheren, sondern lediglich meine Erfahrungen schildern.

1. Es war in den meisten Fällen vollkommen gleich, ob ich Japaner auf Japanisch angesprochen habe oder nicht, sie haben versucht, auf ihr eigenes Englisch, das oftmals deutlich schwächer als mein Japanisch war - umzuschalten.

2. Wenn irgendwelche Leute Prospekte, Taschentücher, oder Rabatte für irgendwelche Restaurants, Bars oder Clubs verteilt haben, wurde ich in 90% der Fälle ignoriert. Vor mir gingen Japaner und wurden angesprochen, dann kam ich und es herrschte Stille, hinter mir wurden die Leute wieder angesprochen.

3. Es kam vor, dass ich am Eingang zu Restaurants mit der Begründung abgewiesen wurde, dass das Restaurant voll sei. Das Gegenteil war der Fall, aber auch im Lonely Planet wird man auf Etablissements hingewiesen, die Ausländer nicht bewirten und somit auf solch ein Verhalten vorbereitet. Es scheint also durchaus “normal” zu sein.

4. Wenn ich in ein onsen kam, vor allem wenn es ein kleines war, dann war seitens der anwesenden Japaner ein baldiges Verlassen zu erwarten. Das galt auch für öffentliche Bäder in Hotels und dergleichen. Nein, ich habe noch kein Tattoo. Nein, ich gehe nicht mit Shampoo ins Bad und ich habe auch keine Scheisse am Rücken oder so. Ich könnte mir das ja auch einbilden, d.h. vielleicht wollten die Leute eh gehen, aber wenn ich schon im Bad sitze, Leute kommen, mich sehen, und unverrichteter Dinge das onsen wieder verlassen, obwohl sie Eintritt gezahlt haben, dann empfinde ich das schon als merkwürdig.

Das sind nur ein paar der alltäglichen Dinge, die ich als negativ empfinde. “Positive” Auswirkungen des alltäglichen Rassismus wären, wenn man denn so will, beispielsweise die oben erwähnte Tatsache, dass ich in den Nachtbussen grundsätzlich einen Einzelplatz bekomme. In diesem Fall will ich nicht meckern, weil es so doch bequemer für mich ist. Andererseits wird so natürlich die Chance gemindert, zufällig neben einer unglaublich heißen Japanerin zu landen und mich in der heimischen Sitte des chikan zu versuchen ;-)

Ein anderes Beispiel ist, dass ich in Clubs nicht gecheckt wurde. Während die Japaner vor und nach mir auf Waffen überprüft wurden, wurde ich ausgelassen und durchgewunken. Des Weiteren kann man darüber streiten, ob der - tatsächlich existierende - Gaijin-Bonus ein Fluch oder Segen ist. Es ist zwar irgendwie auch lustig, wenn sich wildfremde Menschen mit einem fotografieren lassen wollen oder ich von vielen Frauen angesprochen werde, aber es nervt auch kolossal, wenn im Schwimmbad die Kinder um mich rumlaufen und die Mütter, die ihre Kinder beim Schwimmunterricht beobachten sollten, eher mich beobachten. Das ist übrigens kein Quatsch…probiert es einfach selbst mal aus. Ich habe mir angewöhnt, die Leute darauf hinzuweisen, dass das hier kein Streichelzoo ist…kein Witz. “Oh lasst uns mal die Haare des Ausländers anfassen! Zeig uns deine Arme! Zeig uns deinen Bauch! Zeig uns deine Augen! Kawaii! Kakkoi!” Oh Mann, das klingt so abgehoben, wenn ich das lese…aber es ist wirklich so und mal nervt es, mal ist es cool.

Ja, soweit zum kleinen Ausflug in meine Gedankenwelt. Weiter geht es aber mit den wichtigen Dingen, also Kyoto und somit zahllosen Sehenswürdigkeiten. Alleine die Zahl der Tempel und Schreine beläuft sich auf über 2000 (!). Im Lonely Planet steht geschrieben, dass man auch nach mehreren Jahren als Bewohner Kyotos noch neue Dinge entdecken kann, und ohne allzu sehr zu spoilern, ich glaube, dass das stimmt. Man muss als Tourist mit einem straffen Zeitplan ausstaffiert sein, damit man einigermaßen etwas von der Stadt zu sehen bekommt, wenn man nur fünf Tage Zeit hat. Einen wirklich straffen Zeitplan hatte ich aber nicht, eigentlich hatte ich überhaupt keinen Plan von Kyoto, bevor ich dort morgens um 6.30 Uhr ankam. Mein unglaublich schweres Gepäck habe ich erstmal in einem Schließfach verstaut und mich dann bei McDonalds an die Planung gemacht. Der Bahnhof Kyoto ist schon die erste Attraktion gewesen. Ein futuristisch wirkender Palast aus Glas und Stahl, über den die Kyotoer geteilter Meinung sind. Wenn man den Bahnhof verlässt und ihn von außen betrachtet, dann versteht man auch schnell, warum das der Fall ist. Irgendwie vermutet man so ein Gebäude eher in den pulsierenden Gegenden Tokyos, also vielleicht in Shinjuku oder in Odaiba. Zu den umliegenden Gebäuden will er jedenfalls nicht so recht passen. Mir hat er ganz gut gefallen…

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Yay! Da bin ich in der alten Kaiserstadt!

Lustig war dann folgendes: ich habe mir ob der vielen Kameras, die sich im Bahnhof befanden, einen kleinen Spaß erlaubt und die Kameras fotografiert, sowie meine Tasche unterhalb einer Kamera platziert.

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Das war wohl ein Fehler, denn wie ein weiteres Bild aus der Reihe “Tiere weisen auf die Gefahren Japans hin” zeigt, war die Polizei in Kyoto zu dem Zeitpunkt in besonderer Alarmbereitschaft:

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Tja, was ist es für ein Tier? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall hat es seine Augen und Antennen auf Terrorgefahr ausgerichtet! Zufall oder nicht, vor dem Bahnhof kamen zwei Typen, die in Anzüge gekleidet waren, auf mich zu, und gaben sich als Polizisten zu erkennen. Sie wollten einiges von mir wissen, woher ich denn käme, was ich denn wolle und so weiter. Hintergrund des Ganzen war und ist der bevorstehende Gipfel der G8-Außenminister in Kyoto am 26. und 27.6. Da will man sich verständlicherweise von seiner besten Seite zeigen. Nun ist mein Bartwuchs aber nicht allzu Besorgnis erregend und deshalb konnte ich unverrichteter Dinge weitergehen, durfte aber kein Foto von den Herren machen…undercover und so! Dafür habe ich ein Foto vom tollsten Fahndungsplakat gemacht, das jemals das Licht der Welt erblickt hat.

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Lol?

Ich habe keine Ahnung, was an mich wie einen potentiellen Terroristen wirken lässt, aber in Paris ist mir ja auch ähnliches widerfahren, außer dass die französischen Kollegen deutlich weniger Fingerspitzengefühl im Umgang mit meinem Gepäck bewiesen, als sie mit ihren UZIs darin herum rührten. Natürlich fühle ich mich jetzt viel sicherer in Japan, weiß ich doch, dass die japanische Polizei im Hintergrund arbeitet und alles sieht. Im elften Stock des Bahnhofs habe ich noch einen tollen Platz entdeckt, die “Happy Terrace”. Gott, was war ich da glücklich!

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I’m sooo happy! Glücklich steuerte ich dann mein erstes Ziel an, der Higashi Hongan-ji, der sich ungefähr 10 Minuten nördlich des Hauptbahnhofs befindet und vor allem durch seine gigantische “Gründerhalle”, Goei-do, aufzufallen weiß. Der Higashi Hongan-ji ist der Haupttempel des Otani-ha Zweigs des Jodo-Shinshu, dessen Gründer/Stifter Shinran ist. Leider hatte ich Pech, denn die riesige Gründerhalle wird momentan restauriert. Das Gebäude datiert auf 1895 zurück, misst 76 x 58 x 38 m, die Zahl der Kacheln auf dem Dach beläuft sich auf knapp über 176000…ein ganz schöner Brocken also! Auf dem Foto kann man die Ausmaße anhand des tschernobyl-esken (eine schöne Kreation?) Sarges gut erkennen.

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Im Vordergrund ist das Goei-do mon zu sehen, im Hintergrund die verdeckte Goei-do. Im Tempel kann man sich noch eine interessante Ausstellung anschauen, wo unter anderem ein Seil präsentiert wird, das aus Haar besteht, das Gläubige zur Zeit der Neuerrichtung der Halle (1895) gespendet hatten, weil Seile damals minderwertiger Qualität waren und Menschenhaar sich zur Herstellung höherwertiger Seile sich bestens eignete.

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So in etwa sah das auch aus, als ich den Abfluß der Dusche meiner alten Wohnung gesäubert hatte, kurz nachdem ich da eingezogen war. Bemerkenswert ist im Higashi Hongan-ji noch der neue Anbau, der auch als Kulisse für das Hauptquartier eines Bösewichts in einem James Bond Film hätte dienen können.

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Futuristisch und cool! Weitere Fotos des Higashi Hongan-ji gibt es natürlich in der Galerie. Unweit des Higashi Hongan-ji befindet sich der Shosei-en, ein kleiner, aber feiner Garten, der eigentlich zum Higashi Hongan-ji gehört und die 500Yen Eintritt definitiv wert ist, alleine schon für das wunderschön gestaltete Informationsheft, das man beim Eintritt erhält.

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Wie die Fotos erkennen lassen, war das Wetter nicht so richtig gut, d.h., es fing an zu regnen. Bei Sonne und vor allem im Frühling oder im Herbst dürfte der Garten noch eine ganze Menge mehr hermachen. Den Higashi Hongan-ji hatte ich nun besichtigt, also war der Schwestertempel, der Nishi Hongan-ji, logischerweise das nächste Ziel. Selbiger gilt, trotz seiner geringeren Ausmaße, als der wichtigere und schönere der beiden Tempel, weil sich dort viele Nationalschätze befinden und er zudem Weltkulturerbe ist. Die Anlage der beiden Tempel ist ziemlich ähnlich, aber im Design der Gebäude, vor allem im Detailgrad der Verzierungen lassen sich deutliche Unterschiede ausmachen.

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Die schöne Verzierungen an einem der Tore sind gut zu erkennen, genau wie die Regentropfen auf dem folgenden Bild:

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Verdammt! Die Wolken setzen ihr ijime fort und lassen mich nicht in Ruhe, aber ein japanischer Sommerregen ist schon etwas anderes als ein fieser, nasskalter Nieselregen in Deutschland. Daher war es gar nicht so schlimm, sondern ich dachte mehr an “English Summer Rain” von Placebo. Dennoch hatte ich keine richtige Lust, im Regen spazieren zu gehen, deshalb habe ich mich erst mal wieder am Bahnhof umgeschaut und dort das “Kyoto Atom” entdeckt, ein Geschäft/Mini-Museum, das sich gänzlich dem Werk von Tezuma Osamu verschrieben hat. Der Name sagt den meisten wahrscheinlich nichts, aber vielleicht kennt der ein oder andere “Astro Boy”.

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Links, das ist Astro Boy. Eine weitere bekannte Schöpfung Tezamus ist “Black Jack”.

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Das ist übrigens nicht der Black Jack, von dem ich rede, wenn ich Black Jack im Zusammenhang mit Drogen und Nutten erwähne :-)

Beim Verlassen des Kyoto Atom konnte ich noch japanische Schüler bei einer Klassenfahrt beobachten. Alle mussten sich ordentlich auf den Boden setzen und den Anweisungen der Lehrer lauschen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie so etwas in Deutschland ablaufen sollte, wenn sich 100 pubertierende Rütli-Schüler vor dem Berliner Hauptbahnhof auf den Boden setzen sollen, begleitet von lediglich 4 Lehrern…Mission Impossible.

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Zwecks Dramatisierung habe ich davon ein Schwarz-Weiß-Foto gemacht. Sehr liebenswert sah das aus und alle waren so brav.

Doch weiter ging es im Sightseeing-Marathon. Der Fushimi Inari-Taisha ist bestimmt einer der am meisten fotografierten Orte ganz Japans. Die Tausende scharlachroter torii hat bestimmt der ein oder andere schon mal auf einem Foto oder in einem Bericht über Japan gesehen. Als einer der ältesten und bedeutendsten Schreine Kyotos strömen auch jedes Jahr Millionen von Japaner zum Neujahrsfest zu diesem Schrein. Wikipedia sagt, dass es 2006 fast 2,7 Millionen Leute in 3 Tagen waren. Krass, vor allem wenn ich an die teilweise engen Pfade denke, die auf und um den Berg herum führen. Die interessante Geschichte des Schreins könnt ihr in Auszügen hier nachlesen. Was ihr dort nicht nachlesen könnt, ist, wie unglaublich gut die Atmosphäre dort war. Obwohl das Wetter immer schlechter wurde und es beständig regnete, war vielleicht gerade dieses Wetter und die daraus resultierende, relative Dunkelheit, das Geniale. Die Atmosphäre wurde düster und der Wald unheimlich, besonders von dem Punkt an, als die Lampen, die entlang der Pfade aufgestellt sind, eingeschaltet wurden.

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Das Eingangstor zum Fushimi Inari-Taisha.

Zum Vergleich habe ich mal ein Foto vom Schrein zum Neujahrsbeginn hochgeladen.

Krass, oder? Am Tag, als ich dort war, waren nur wenige Leute da und die allerwenigsten haben sich auf den Weg gemacht, die Schreine, die auf den drei höchsten Punkten liegen, zu besuchen. Ich bin den gesamten Weg um den Berg herum gegangen und kann nur sagen, dass es fantastisch war. Wer mal in Kyoto sein sollte, der MUSS sich diesen Ort anschauen!

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Im Bild unten in der Mitte ist der Haupteingang und der Hauptteil des Schreins zu sehen, und wie ihr erkennen könnt, führen Pfade auf den Berg, die von zahllosen torii gesäumt sind.

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Die schwachen Fotos können die Atmosphäre auch nicht so richtig wiedergeben. Ich habe in der Galerie noch ein paar Fotos mehr untergebracht und zusätzlich noch drei Videos gemacht. Da der Sensor der Kamera nicht sonderlich lichtstark ist, müsst ihr die Helligkeit eures Bildschirms oder des jeweiligen Videoplayers erhöhen. So könnt ihr mehr erkennen.

Video: Inari: Friedhof? Ganz oben angekommen? (14 MB)
Video: Inari: Unheimlich! (11 MB)
Video: Inari: Abstieg und torii, torii (8 MB)

Obwohl es immer stärker regnete und ich am Ende ziemlich durchnässt war, kehrte ich völlig zufrieden zum Bahnhof zurück, weil der gesamte Schrein so beeindruckend war. Sebimaru, ich hab an dich und dein Foto gedacht. Nächstes Mal machen wir das zusammen, ne?

Mit nassen Füßen, gemein viel Gepäck und bei Regen, der nicht enden wollte, machte ich mich dann auf zu meinem ryokan, was ich nach einer kurzen, aber frustrierenden Irrwanderung durch dunkle, japanische Nachbarschaften fand. An dieser Stelle noch ein großes Lob und Danke an Taniguchi-san, der Besitzer des ryokan und mit Sicherheit einer der nettesten Menschen der Welt.

Weitere Einträge werden folgen, aber momentan habe ich nicht so viel Zeit und deshalb werde ich nicht ganz so viel schreiben, habe dafür aber umso mehr Fotos mit Erläuterungen in die Galerien gepackt. Viel Spaß damit.

Kyoto

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Märchenland? In letzter Zeit ist hier nicht sonderlich viel passiert…Arbyte halt, ne? An meinem freien Tag habe ich mich dieses Mal auf den Weg nach Mitaka gemacht, ungefähr 20 Minuten mit der Chuo-Linie von Shinjuku aus entfernt. Mitaka? Nie gehört? Ich auch nicht. Aber vielleicht hat der ein oder andere ja schon mal etwas von Studio Ghibli gehört? Nein? Hmm…wie sieht es mit “Nausicaä”, “Prinzessin Mononoke”, “Laputa”, “Mein Nachbar Totoro” aus? Aha, da klingelt also etwas! Richtig, Studio Ghibli zeichnet für die oben genannten und noch weitere Meisterwerke verantwortlich. In Mitaka, Tokyo, befindet sich das Studio Ghibli Museum, “Museo D’Arte Ghibli”.

Zu den Studio Ghibli Filmen will ich an dieser Stelle nicht viel erzählen, außer: schaut sie euch an! Da ich der Magie der Filme verfallen bin, war ein Besuch des Museums selbstverständlich und siehe da, ich bin ausnahmsweise nicht alleine dorthin gereist! JEDER liebt Studio Ghibli Filme, daher wollte Emi, die Oberschülerin, die ab und zu bei Iijimas arbeitet, mich begleiten. Nach zwei Stunden im Zug und dem üblichen Umsteigestress in Yokohama bzw. in Shinjuku, inklusive stickiger Luft im Zug (schwüles Wetter), spuckte mich die Blechschlange in Mitaka aus. Dort traf ich Emi vor dem Bahnhof, wo inmitten der unscheinbaren Busse ein gelber, als nekobasu (Katzenbus) angemalter Bus auf die Gäste des Museums wartete. Eine perfekte Einstimmung auf das Museum, sozusagen. Nach kurzer Fahrt fanden wir uns schon vor dem Eingang des Museums, das schön in den Inokashira Park eingebettet ist und sich somit, in der Tradition der Filme, in einem tollen natürlichen Umfeld befindet. Es lugt quasi geheimnisvoll zwischen Bäumen hervor.

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Wie ihr sehen könnt, ist das Gebäude ganz und gar nicht alltäglich gestaltet. Als das Museum im Jahr 2001 eröffnet wurde, hatte einer der Gründer von Studio Ghibli, Hayao Miyazaki, ganz bestimmte Vorstellungen von seinem Museum, wie es sein muss und was dort ausgestellt werden soll. Nachlesen kann man das auf der Webseite des Museums. Recht hat der Mann!

Leider ist es nicht erlaubt, im Museum Fotos oder Videoaufnahmen zu machen, aber ich konnte nicht anders und habe mich über das Verbot hinweggesetzt. Die Fotos mache ich mit meiner Uraltkamera, die alles andere als geeignet ist für aus der Hüfte oder unauffällig geschossene Bilder, aber was soll’s…besser als nichts, oder? Zum Museum: das Motto des Museums lautet “Meigo ni narou yo, isshoni.”, was soviel bedeutet wie “Lasst uns gemeinsam zu verlorenen Kinder werden”. Das ist ein zentrales Motiv in vielen Ghibli Filmen, in denen Kindern aus ihrer alltäglichen Welt in eine Welt der Magie, der Fabelwesen, der spirituellen und übernatürlichen Dinge versetzt werden. Mit genau dieser Absicht ist auch das Museum gestaltet worden. Es gibt keinen vorgegebenen Weg, auf dem man durch die Ausstellungen geschleust wird, sondern man erkundet es völlig frei und, was es besonders sympathisch macht, es richtet sich vor allem an die kleinen Besucher, die Kinder. Es kommt des Öfteren vor, dass sich Erwachsene bücken müssen, weil Durchgänge oder Treppen für Kinder gestaltet wurden, nicht für Erwachsene.

This is the Kind of Museum I Want to Make!

A museum that is interesting and which relaxes the soul
A museum where much can be discovered
A museum based on a clear and consistent philosophy
A museum where those seeking enjoyment can enjoy, those seeking to ponder can ponder, and those seeking to feel can feel
A museum that makes you feel more enriched when you leave than when you entered!

To make such a museum, the building must be…
Put together as if it were a film
Not arrogant, magnificent, flamboyant, or suffocating
Quality space where people can feel at home, especially when it’s not crowded
A building that has a warm feel and touch
A building where the breeze and sunlight can freely flow through

Das ist die Philosophie Miyazakis, die hinter dem Museum steht, und die man in soooo vielen kleinen Details finden kann, großartig! Alles ist mit einer derartigen Liebe zum Detail gestaltet worden, dass man unweigerlich lächeln muss, wenn man all wieder etwas aus den unterschiedlichen Filmen entdeckt hat. Überall gibt es kleine Kläppchen, Türchen, Spalten oder Fenster, die nicht zwangsläufig beschriftet sind…man sieht sie und fragt sich, was sich dahinter wohl verbergen mag. Neugier und Entdeckungslust sind hier die Stichwörter. Spielerisch wird hier über die Geschichte des Studio Ghibli, die Filme, über Technik, Animation, Inspirationsquellen und vieles mehr informiert. Das Tolle daran ist, dass es funktioniert! Erwachsene und Kinder staunen gleichermaßen, schauen sich neugierig um und ständig hört man irgendjemanden sagen, wie toll das doch alles sei. Richtig! Alleine der Anblick des großen Plüsch-nekobasu, auf und in dem sich Kinder lachend tummeln, ist den Eintritt wert gewesen. Mir persönlich hat die Ausstellung mit den Räumen, die die Schaffung eines Animationsfilms zeigen sollen, am besten gefallen. Die Räume sollen den Eindruck erwecken, als hätte gerade jemand, der in diesen Räumen lebt und arbeitet, am Schreibtisch gesessen, Tee getrunken und an einer Animation gearbeitet. Überall stehen Bücher, hängen Bilder und Zeichnungen an den Wänden, Modelle von Flugzeugen hängen von der Decke, alte Fotos stehen in Rahmen, von denen der Lack abblättert, auf antiken Möbeln. Man kann alles berühren, die Bücher nehmen und darin blättern, Notizen entdecken, kleine Skizzen, beschriftet in verschiedenen Sprachen, Englisch, Japanisch, Französisch, Italienisch. Pinsel liegen herum, Farbtabellen, wunderschön gezeichnete Storyboards, während daneben ein uralter Projektor eine Endlosanimation eines Pferdes zeigt. Erklärungen sind als Notizen vollkommen in die Umgebung integriert, so dass man nie den Eindruck hat, sich in einem Museum zu befinden, sondern gerade bei jemandem (Miyazaki) zu Hause zu Besuch zu sein und in seiner Wohnung zu stöbern scheint, während man auf eine Tasse Tee wartet.

Hier mal ein paar Eindrücke:

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Genial, oder? Den Kindern macht es auch Spaß!

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Alles wird wunderbar veranschaulicht, greifbar gemacht. Danach gingen wir aufs Dach hinauf, wo wir einen großen Roboter von Laputa gesehen haben.

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Yap! Emi und ich mit Roboter! Weitere Ausstellungen sind z.B. das “Little Louvre”, in dem besonders bekannte Werke im Kleinformat reproduziert wurden und hier ausgestellt werden. Im internen Kino werden Kurzfilme des Studio Ghibli gezeigt, die man nirgendwo sonst sehen kann. Man bekommt beim Eintritt ins Museum eine kleine Eintrittskarte für das interne Kino. Die Karte besteht aus 3 Einzelbildern einer klassischen 35mm Filmrolle, jeweils von unterschiedlichen Ghibli Filmen. Ich hatte 3 Bilder aus Totoro, während Emi 3 Bilder aus dem Abspann von Laputa bekam. Wiederum ein nettes Detail, das aber, mit all den anderen Kleinigkeiten, in der Summe das Gesamterlebnis soooo viel besser macht.

Zu sehen gab es “mei to koneko basu”, “Mei und der Kätzchenbus”. Erzählt wurde die Geschichte von Mei aus “Mein Nachbar Totoro”, die ein Karamelbonbon essen will und dadurch einen kleinen Katzenbus anlockt. Nachts kehrt dieser zurück und nimmt Mei mit auf eine Reise, auf der sie den Vater und Mutter des Kätzchenbus trifft, sowie viele andere… es gibt sogar einen Katzenzug! Sie alle reisen zu einem Ziel, der Katzenbus-Oma, die in ihren Ausmaßen riesig ist und die Passagiere aller anderen Katzenbusse und Züge aufnimmt. Mei gibt auch ihr ein Karamelbonbon, woraufhin alle lachen, weil es der Oma so schmeckt. Am Ende fliegt die Oma mit allen Passagieren in Richtung All davon, während Mei mit dem Kätzchenbus nach Hause zurückkehrt. 13 Minuten voller Magie. Ihr merkt schon, ich bin begeistert gewesen, genau wie Emi-chan und vermutlich der Rest der Besucher auch. Klein, aber fein, das trifft es hier mal wieder ganz gut. Weitere Eindrücke könnt ihr euch in der Galerie anschauen, zudem habe ich noch ein Video von einem famosen Animationskreisel gemacht:

Video: Magie! (10 MB)

Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, haben wir noch brav auf einen Platz im Museumscafé gewartet, und auch hier wieder: Liebe zum Detail:

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Tja, was soll ich dazu noch sagen? Wer mal in Tokyo ist und sich für die Filme interessiert, der sollte einen Abstecher machen. Wer sich nicht für die Filme interessiert oder sie noch nicht gesehen hat, der sollte das schleunigst ändern.

Am Abend war dann Abschiedsparty angesagt, und zwar meine eigene. Jo, nachdem ich jetzt über 2 Monate hier war und in der Zwischenzeit z.B. Kayo, Tomoko, Benoit, Toshie, Boat, Lily, Masami, Takeuchi-san, Louie und andere kamen bzw. gingen, werde ich jetzt auch mal zu neuen Abenteuern aufbrechen. Für mich persönlich habe ich den Entschluß getroffen, Ende Juli wieder nach Deutschland zurückzukehren. Obwohl es mir hier gut gefallen hat, möchte ich noch mehr vom Land sehen und werde deshalb am 1.6. erstmal nach Kyoto reisen und dort eine kleine Reunion mit Yvonne starten. Von da aus wird es wohl nach Nara, Osaka und dann zur Familie von Shiho nach Kurose in der Nähe von Hiroshima gehen. Vielleicht reicht die Zeit auch noch für einen Abstecher nach Okinawa, da ich da unbedingt noch hin wollte…Paradies und so :D

Ich muss an dieser Stelle mal ein ganz dickes Lob an die Iijimas loswerden. Die ersten beiden WWOOF Hosts kann ich eigentlich getrost vergessen, denn dort ging es vor allem um eins: billige Arbeitskraft, und zwar meine. Bei Iijimas ist das anders. Extrem freundliche Menschen, die wirklich einen Austausch wollen, die Interesse zeigen, _extrem_ großzügig sind und sich um das Wohlbefinden der Gäste/WWOOFer sorgen. Tausend Dank, Iijima-san! Auf den Fotos des Abschiedsessens ist er nicht zu sehen, weil er momentan im Krankenhaus liegt und sich von einer Schulter-OP erholt.

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Eine in der Zahl stark geschrumpfte Truppe posiert noch mal zum Abschied. Also, den nächsten Eintrag wird es wohl aus Kyoto geben. Freut euch auf Tempelaction ;)

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